MH17: Russen gaben Rebellen Abschussrakete

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Die Aufständischen in der Ostukraine haben angeblich von Russland das Flugabwehrsystem Buk erhalten, damit wurde die malaysische Passagiermaschine MH17 am Donnerstag abgeschossen. Das erklärte auch US-Außenminister John Kerry. Danach sollen die übrigen Raketen auf russisches Territorium zurückgeschafft worden sein. Unterdessen rollen Kühlwaggons mit unzähligen Leichensäcken vom Absturzort. Außerdem behaupten die Rebellen, die Black Boxes der Maschine entdeckt zu haben.

Die Aufständischen in der Ostukraine haben angeblich von Russland das Flugabwehrsystem Buk erhalten, damit wurde die malaysische Passagiermaschine MH17 am Donnerstag abgeschossen. Das erklärte auch US-Außenminister John Kerry. Danach sollen die übrigen Raketen auf russisches Territorium zurückgeschafft worden sein. Unterdessen rollten Kühlwaggons mit unzähligen Leichensäcken vom Absturzort in die Stadt Tores. Außerdem behaupten die Rebellen, die Black Boxes der Maschine entdeckt zu haben.

"Es ist ziemlich klar, dass dieses Sytem von Russland in die Hände der Separatisten gelangte", behauptete John Kerry am Sonntag. Laut "Washington Post" haben die US-Geheimdienste vor gut einer Woche Hinweise darauf erhalten, dass die Boden-Luft-Raketen den prorussischen Rebellen zur Verfügung gestellt worden sind. Eine Batterie des Systems mit einer fehlenden Rakete soll am Freitag früh die Grenze nach Russland überquert haben. Die Regierung in Kiew und der Westen haben das .

Außerdem dürften die Black Boxes gefunden worden sein. Die Separatisten haben am Absturzort "Flugzeugteile" gefunden, die "Black Boxes ähneln". Aus Mangel an Spezialisten könnten sie die Teile nicht selbst untersuchen, sagte Rebellenführer Alexander Borodaj am Sonntag in Donezk. Den ukrainischen Ermittlern vertraue man auch nicht. Das Material könne "internationalen" Ermittlern übergeben werden.

Leichensäcke in Kühlwaggons

Am Sonntagvormittag haben die OSZE-Beobachter in Begleitung von bis an die Zähne bewaffneten Rebellen die Kühlwaggons mit den Todesopfern inspizieren dürfen. Die Aufständischen ließen die internationalen Experten die Leichensäcke aber weder zählen noch öffnen. Die Waggons wurden danach in die ostukrainische Stadt Tores gebracht. Dort sollen sie bis zum Eintreffen internationaler Experten bleiben.

In Kiew weiß man, wo sich 38 Tote befinden, über den Verbleib der anderen ist man im Unklaren. 219 Opfer sind bisher geborgen worden, insgesamt waren aber 298 Menschen an Bord. Die 900 Separatisten vor Ort sind nach der OSZE-Inspektion abgezogen.

Untersuchungen in Charkow

Die Identifizierung sollte eigentlich in der etwa 300 Kilometer entfernten Großstadt Charkow stattfinden. Dort ist eine Untersuchungskommission eingerichtet worden. In Charkow sind außerdem Hunderte Hotelzimmer für Angehörige und reserviert.

Viel zu viele Leute vor Ort

Am Absturzort dürfte Chaos herrschen. An den Ermittlungen beteiligen sich 380 Mitarbeiter des ukrainischen Bergungsdiensts. Darunter auch Taucher, die einen nahen See absuchen. Dazu kommen Luftfahrtexperten, malaysische Experten darunter Militärs und Ärzte. Auch Niederländer und Deutsche schicken Fachleute. Obendrein besuchen Angehörige die Absturzstelle nahe der Ortschaft Grabowo nahe Donezk, was die Örtlichkeit unübersichtlich macht und die Ermittlungen nicht gerade begünstigt. Es tummeln sich viel zu viele Leute am Platz.

Rebellen verlangen Waffenruhe

Die Aufständischen wollten die Sicherheit am Absturzort nur garantieren, wenn die Führung in Kiew einer Waffenruhe zustimmt. Sie verlangten ein Abkommen über eine Feuerpause mindestens für die Dauer der Untersuchung des Wracks.

Merkel, Cameron und Hollande drohen Putin

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Francois Hollande und der britische Premierminister David Cameron haben Russland mit einer Verschärfung der EU-Sanktionen gedroht. Präsident Wladimir Putin müsse umgehend Druck auf die prorussischen Separatisten in der Ostukraine ausüben. Den Ermittlern müsse ungehinderter Zugang zur Absturzstelle gewährleistet werden, andernfalls werde das beim EU-Außenministerrat am Dienstag Konsequenzen haben.

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