Die US-Regierung geht hart gegen den Software-Riesen Microsoft vor.
Im vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6.000 amerikanische Beschäftigte entlassen und zeitgleich von 6.300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit sogenannten H-1B-Visa profitiert, kritisierte US-Vizepräsident JD Vance vor Journalisten in Washington.
Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, erklärte der Vizepräsident. Deshalb werde Microsoft "bis auf Weiteres" davon ausgeschlossen, künftig dauerhafte Aufenthaltstitel mehr für ausländische Mitarbeiter beantragen zu können.
Wie n-tv unter Berufung auf die dpa meldet, trifft es neben Microsoft auch den Photoshop-Entwickler Adobe sowie mehrere Beratungsunternehmen. US-Arbeitsminister Keith Sonderling begründete die Maßnahme damit, dass "Hunderttausende Jobs amerikanischen Arbeitern genommen" worden seien.
Der Tech-Konzern wehrte sich gegen die Anschuldigungen. Bei 80 Prozent der eingereichten rund 6.000 H-1B-Anträge sei es darum gegangen, den Status bestehender Mitarbeiter zu verändern oder zu verlängern. Die restlichen Anträge betrafen Menschen, die sich bereits legal in den USA aufhielten.
Pikant: Sowohl Microsoft-Chef Satya Nadella als auch Google-Chef Sundar Pichai kamen einst selbst mit H-1B-Visa in die USA. Das Visum ist seit Jahrzehnten der übliche Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in amerikanischen Top-Unternehmen landen.
Auch neun renommierte US-Universitäten geraten ins Visier der Trump-Regierung – darunter Harvard, Yale und Stanford. Vance wirft den Hochschulen vor, mit sogenannten J-1-Austauschvisa billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland zu beschäftigen und so die Löhne amerikanischer Beschäftigter zu drücken.
Die Maßnahmen fallen in eine heiße Phase: Anfang November steht in den USA die wichtige Parlamentswahl an. Umfragen zeigen große Unzufriedenheit mit Trumps Politik und gute Chancen für ein starkes Abschneiden der Demokraten.