Österreich

Miet-Wucherer sollen Flüchtlinge systematisch ausneh...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:46

Auf die Allerärmsten sollen es einige mutmaßliche Betrüger in Wien abgesehen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in Dutzenden Fällen gegen mutmaßliche Wucherer, die sich auf Flüchtlinge spezialisiert haben. Sie kassieren zwar Geld, leiten es aber an die Wohnungsbesitzer nicht weiter. Die Folge: Flüchtlinge werden delogiert, obwohl sie zahlen.

Bereits seit einiger Zeit soll die Staatsanwaltgschaft wegen Sachwuchers gegen mehrere Firmen und Einzelpersonen ermitteln. Im Visier der Behörde ist zum Beispiel die Firma Aldiar KG aus Wien-Margareten, wie die APA schreibt. An 80 Personen vermietet die Firma. Doch der Inhaber rechtfertigt sich, nicht er betrüge, sondern im Gegenteil, einige seiner Kunden würden nicht zahlen. Von elf bis 14 Mietern bekomme er kein oder zu wenig Geld. 

Die Firma Aldiar ist nicht das einzige Unternehmen, dass der Staatsanwalt in Verdacht hat. Gegen andere wird aus den gleichen Gründen ermittelt. 

Geld kassiert und behalten: Mieter wurden delogiert

Besonders frech soll sich ein Mann aufführen, der selbst aus dem arabischen Raum stammt. Hilfsorganisationen und Opfer schreien Alarm. Der Mann miete Wohungen, gebe sie an Syrer oder Iraker weiter und kassiere deren Mieten. Anstatt das Geld weiterzugeben, behalte er aber die Summen bis die Besitzer der Wohnungen die regelmäßig zahlenden Opfer von der Polizei delogieren lässt. Auch Kautionen und Provisionen soll der Mann auf die Seite schaffen. 

Vermieter wollen Einkommensnachweise, Flüchtlinge müssen zu Betrügern gehen

Es ist ein Teufelskreis: Selbst wenn die Flüchtlinge schon vorher durch Caritas, Diakonie und Co darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Vermieter nicht vertrauenswürdig sind, bleibt den Wohnungssuchenden oft keine andere Wahl als ihr Schicksal in die Hände von potentiellen Schwindlern zu legen. Makler und Eigentümer wollen Einkommensnachweise und lehnen Flüchtlinge deshalb oft von vornherein ab. 

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