Wien

Mieter in der Radetzkystraße bekommen endlich ein Dach

2018 ließ der Besitzer eines Mietshauses das Dach abtragen, obwohl das Haus noch bewohnt war. Die Mieter gingen vor Gericht – mit Erfolg! 
Christine Ziechert
08.07.2020, 12:34

Noch während Mieter in dem Haus in der Radetzkystraße 24-26 (Landstraße) wohnten, begann der Hauseigentümer 2018 mit dem Teilabriss des Gebäudes. Der Abbruch wurde behördlich gestoppt, aber die Bewohner mussten seither mit abgetragenen Dach- und Stockwerkteilen und teilweise ausgebauten Gang-Fenstern leben. Weitere Schikanen für die Mieter und mehrere Prozesse folgten. Die MieterHilfe intervenierte und schritt mit Ihrem mobilen Team ein – und zwar höchst erfolgreich.

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofes bereitet dem Schrecken nun ein endgültiges Ende, nachdem der Besitzer zweimal gegen einen gleichlautenden Bescheid von Bezirks- und Landesgericht Einspruch erhoben hatte: Spätestens im heurigen Juli sollen die Bewohner wieder ein Dach über dem Kopf haben. Das Dach muss wieder errichtet und die fehlenden Fenster eingebaut werden. Ein exemplarisches Urteil – alle Gerichtsebenen geben den Mietern Recht. Damit gibt es auch ein klares Signal an Hauseigentümer und Spekulanten, die mit Schikanen und Mobbing Mieter aus den Häusern treiben wollen.

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Keine Chance für Spekulanten

"Gerade bei Spekulationsobjekten kennen wir null Toleranz. Es kann nicht sein, dass ein Investor ein historisches Gebäude zerstört, die Mieterinnen und Mieter aus dem Haus treibt und dann noch einen Gewinn daraus zieht. Wien steht auf der Seite der MieterInnen“, betont Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ). Die Urteilsserie im Fall Radetzkystraße ist für sie richtungsweisend für alle Fälle von Spekulation und unlauteren Methoden.

Der Fall "Radetzkystraße" ist ein Paradebeispiel dafür, wie findige Spekulanten vorgehen: Mieter mit unbefristeten Mietverträgen mindern den Wert einer Immobilie. Investoren erwerben ein Objekt und versuchen anschließend, die Mieter aus ihren Wohnung zu vertreiben. So steigt der Wert des Hauses. In der Radetzkystraße war die Vorgangsweise mit dem Teilabbruch des Gebäudes und dem Ausbau der Fenster besonders dreist.

MieterHilfe steht mit Rat und Tat zur Seite

Sobald ein Fall bekannt wird, gehen die Experten der MieterHilfe mit den zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln gegen solch unredliche Methoden mit aller Härte vor. Ein dafür eigens spezialisiertes, mobiles Experten-Team steht Mietern in solchen Fällen auch vor Ort zur Verfügung. Christian Bartok, Leiter der MieterHilfe, ermutigt alle Bewohner, die in ihrem Miet-Alltag tyrannisiert werden, sich umgehend an die MieterHilfe zu wenden. "Wir beraten und unterstützen Mieterinnen und Mieter ab der ersten Minute der Kontaktaufnahme bis zur Durchsetzung ihrer Rechte. Wir sind dabei ein starker, kompetenter Partner an der Seite der Wiener Mieterinnen und Mieter." Er empfiehlt, bei Unsicherheiten im Mietrecht eine kostenlose Beratung bei der MieterHilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Team berät bei rechtlichen Fragen zu Wohn- und Mietrecht, Wohnungsgemeinnützigkeitsrecht sowie Wohnungseigentumsrecht. Die Experten stehen telefonisch unter 01/4000 8000 von Mo-Fr in der Zeit von 9-16 Uhr zur Verfügung, persönliche Beratung nach Terminvereinbarung. Weitere Infos unter: www.mieterhilfe.at