Wirtschaft

Mieter in Wiener Altbauten zahlen viel zu viel

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:10

Den Mietern in Altbauwohnungen, die dem Richtwertsystem unterliegen, wird ordentlich in die Geldtasche gegriffen. Mieter einer befristet vermieteten privaten 75 Quadratmeter Altbaumietwohnung, sehr gut ausgestattet, also Kategorie A, zahlten 2010 um durchschnittlich 2.240 Euro zu viel an Miete. Der Grund: überbordende Zuschläge zum Mietrichtwert.

. Der Grund: überbordende Zuschläge zum Mietrichtwert.

Die AK hat rund 17.400 Wiener Richtwertmietverträge aus dem Jahr 2010 analysiert. Die Analyse zeigt: Der unzulässige Aufschlag zum Richtwertmietzins bei befristeten Verträgen beträgt durchschnittlich satte 60 Prozent.

Eigentlich müssten befristete Wohnungen billiger sein als unbefristete. Tatsächlich sind sie teurer. Konkret: Vor zwei Jahren betrug der Richtwert 4,91 Euro pro Quadratmeter, als durchschnittlich zulässiger Lagezuschlag wurden 0,63 Euro pro Quadratmeter ermittelt, ergibt 5,54 Euro für unbefristete Verträge. Bei befristeten Verträgen wäre noch ein gesetzmäßiger Abschlag abzuziehen, was als zulässige Nettomiete 4,16 Euro pro Quadratmeter bedeuten würde.

Tatsächlich verrechneten Vermieter im Schnitt einen Nettomietzins von 6,65 Euro pro Quadratmeter für befristete Altbauwohnungen der Kategorie A. Die Vermieter verlangten also bei befristeten Mietverhältnissen 60 Prozent mehr Miete, als zulässig wäre. Bei einer Nettomiete von 6,32 Euro bei unbefristeten Verträgen liegt der unzulässige Aufschlag bei 14 Prozent.

Das zeigt einmal mehr, das Richtwertsystem funktioniert nicht und ist zu intransparent. Bei befristeten Verträgen wurde trotz Befristungsabschlag ein höherer Nettomietzins als bei unbefristeten Verträgen verlangt.

Außerdem bedeuten befristete Wohnungen für die Mieter Unsicherheit, weniger Mieterschutz und Kosten, etwa durch die Übersiedlung.

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