Während sich gestern der Traktor-Protestfahrt der IG Milch zum Linzer Hauptplatz etwa 50 Landwirte angeschlossen haben, warnt Agrar-Landesrat Josef Stockinger (ÖVP) quasi vor einem Eigentor der Milchbauern: Der Lieferboykott könnte zum Bumerang werden und noch mehr billige Importware in unsere Regale fluten!
Auf 100 bis 200 Teilnehmer hatte die IG Milch bei ihrem Protest für einen besseren Milchpreis gehofft. Dass letztendlich dann doch nur etwas mehr als 50 Bauern den Linzer Hauptplatz besetzten, lag einerseits wohl am Wetter, laut Landesrat Stockinger aber auch am fehlenden Rückhalt in der Bauernschaft: Es bringt nichts, die Milch wegzuschütten, das wissen viele Milchproduzenten.
Man müsse danach trachten, das Bewusstsein der Konsumenten zu schärfen und mehr Milch in den Produktionsprozess bringen. Der von der IG Milch kritisierte Preis von 27 Cent je Liter sei würdelos, 40 Cent wären in Ordnung.
Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch, fordert sogar 47 Cent für Österreichs Bauern. Wir haben mehrere 1000 Liter Milch verschenkt und sind auf große Zustimmung in der Bevölkerung gestoßen. Sollte die Politik nicht bereit sein, Verantwortung im Kampf gegen das Sterben der Milchbauern zu übernehmen, dann werde man den Lieferboykott auf bis zu vier Wochen ausdehnen.
Gespräche mit Franz Reisecker, Vizepräsident der OÖ-Landwirtschaftskammer, wurden ergebnislos abgebrochen. Unterstützt wird die IG Milch von SPÖ, Grünen und BZÖ.