Politik

Milliarden für Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:33

Die EU rüstet sich für den Kampf gegen die wachsende Jugendarbeitslosigkeit. Für das Jahr 2014 wurden 6 Mrd. Euro locker gemacht, um eine europaweite Jugendgarantie nach österreichischem Modell zu gewährleisten. Weitere 6,8 Mrd. Euro sollen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Projekte zur Unterstützung der Berufsausbildung von Jugendlichen fließen.

Für das Jahr 2014 wurden 6 Mrd. Euro locker gemacht, um eine europaweite „Jugendgarantie“ nach österreichischem Modell zu gewährleisten. Weitere 6,8 Mrd. Euro sollen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Projekte zur Unterstützung der Berufsausbildung von Jugendlichen fließen.

 

Ziel der Jugendgarantie ist es, dass jedem Jugendliche unter 25 Jahren, der binnen vier Monaten keine Arbeitsstelle oder keinen Ausbildungsplatz hat, einen solchen anzubieten oder ein Job-Training (z.B. im Rahmen von Lehrwerkstätten) zu gewähren.

Kein Extra-Geld für Österreich

Vor allem Regionen mit Arbeitslosenquoten über 25 % sollen gefördert werden. Österreich fällt mit der nicht darunter. Dabei sollen die jeweiligen Sozialpartner, Arbeitsämter und Unternehmen frühzeitig eingebunden werden. Insgesamt werden die Kosten der Jugendgarantie auf 21 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt, demgegenüber die 7,5 Millionen Jugendlichen ohne Arbeit die Union laut Eurofound jährlich 150 Mrd. Euro (=1,2 % des EU BIP) kosten.

Mehr Geld für Erasmus+

Weiters sollen aus dem 10-Milliarden Euro-Budget des Europäischen Sozialfonds 68% in Projekte zur Unterstützung von Jugendlichen, sprich Beratung, individuelle Betreuung und Weiterbildung, gepumpt werden. Und schließlich wird das Budget für das Studentenaustauschprogramm Erasmus+ ab 1. Jänner um 40 % auf jährlich rund 2,5 Mrd. Euro bis 2020 für die Mobilität von Jugendlichen und Stipendien erhöht. Mit der Zusammenarbeit der Arbeitsmarktverwaltungen ab Mitte 2014 soll schließlich ein europaweites Netzwerk entstehen.

 

Vorbild Österreich

Österreich, das mit 8,6 % im EU-Vergleich (EU-Schnitt 23,3 %) hinter Deutschland die zweitniedrigste Jugendarbeitslosenquote hat, soll anderen Ländern zeigen, wie´s geht. EVP-Abgeordneter Heinz Becker sieht als Grund für die niedrigen Quoten unter anderem die seit 2008 bestehende Ausbildungsgarantie, mit der jährlich rund 10.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden, wie der Experte für Beschäftigung im „Heute“-Talk erklärt.

Pensionen anheben

Auch das Erfolgsmodell AMS, das künftig als Impulsgeber für andere Mitgliedsländer dienen soll, macht der Europa-Abgeordnete verantwortlich für die relativ positiven Zahlen. Dass das frühe Pensionsantrittsalter ebenfalls eine Rolle spielt, dass Österreich im Vergleich gut dasteht, will Becker im Gespräch mit „Heute“ nur teilweise gelten lassen, der Pensionisten-Vertreter meint aber: „Wir werden auch bei uns nicht umhin kommen, das Antrittsalter zu erhöhen“.

Förderung von Kindern

Becker fordert außerdem Förderungen der Jungen schon im frühkindlichen Alter, ausschließlich in spielerischer Form. Becker im Gespräch mit Journalisten in Brüssel: "Was ich früheren Parteikollegen nicht verzeihe, ist der langjährige Widerstand gegen einen großflächigen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Hier sahen wir lange Zeit fälschlicherweise eine Art 'linksgrünes Teufelswerk'."

Maria Jelenko

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