Millionen-Betrug mit Krebs-Medikamenten aufgedeckt

"Pharmagold": Die Herstellung von Infusionen zur Krebsbehandlung ist hoch lukrativ.
"Pharmagold": Die Herstellung von Infusionen zur Krebsbehandlung ist hoch lukrativ.Bild: iStock
Groß-Razzia in Hamburg: Am Dienstag hat die Polizei zeitgleich mehrere Apotheken, Kliniken und Pharma-Unternehmen gestürmt.
Seit kurz nach 9 Uhr durchsuchen 420 Polizisten und sechs Staatsanwälte die Hamburger Firma "ZytoService", den Marktführer bei der Herstellung von Infusionen für Krebstherapien. Außerdem werden Privathäuser, Arztpraxen, Apotheken, ein Krankenhaus und mehrere Firmensitze in Hamburg und Umgebung genauer unter die Lupe genommen.

Ärzte für "Pharmagold" bestochen



Nach Recherchen des ARD-Magazins "Panorama" und ZEIT Online soll die Firma Ärzte bestochen und offenbar durch sogenannte "Kickback"-Zahlungen an lukrative Rezepte für Krebs-Medikamente gelangt sein. Diese Rezepte, in der Branche "Pharmagold" genannt, rechnete sie dann wohl zu Unrecht bei den Kassen ab. Betrugsschaden seit Jänner 2017: rund 8,6 Millionen Euro.

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14 Personen im Visier



Die Beschuldigten sind drei Apotheker, neun Ärzte und zwei Personen in leitenden Positionen im Unternehmen. Festnahmen gab es bisher allerdings keine – laut Staatsanwaltschaft bestehe weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr.



Bei Krebserkrankungen entscheiden die Ärzte selbst, an welche Spezial-Apotheken die Rezepte ihrer Patienten für die Infusionen mit Krebs-Medikamenten gehen. Eine Therapie kostet bis zu 100.000 Euro.

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