Es wurde von Vielen bereits gemutmaßt, nun hat sich der Verdacht erhärtet: In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland kam es zu einem großangelegten Betrug im Rahmen der Förderaktion "Reparaturbonus". Diese wird aus EU-Geldern finanziert, die Europäische Staatsanwaltschaft übernahm deshalb die Leitung von mehreren parallellaufenden Verfahren.
Mehrere Unternehmen sollen jedenfalls vorsätzlich Falschangaben gegenüber der auszahlenden Stelle gemacht haben, um sich durch unrichtige Unterlagen Förderbeträge zu erschleichen. Obwohl die genauen Ermittlungen noch andauern, konnten schon jetzt Dutzende Tatverdächtige ausgeforscht werden.
Ihnen wird vorgeworfen, von Mai 2022 bis Juni 2023 auf die rechtswidrige Erlangung eines Betrags von etwa 3,5 Millionen Euro abgezielt zu haben.
Am Dienstag kam es schließlich zum breitangelegten Zugriff. Beteriligt waren die EKO Cobra, Bundeskriminalamt, WEGA, Ermittler des Landeskriminalamtes Wien, Bereitschaftseinheit Wien und schnelle Interventionsgruppen (SIG) aus Niederösterreich und Burgenland. Dabei kam es zu 37 Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumlichkeiten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Insgesamt waren mehr als 230 Polizisten eingesetzt.
Schließlich wurden 15 Tatverdächtige vorläufig festgenommen und sieben Personen zu einer Vernehmung vorgeführt. Im Zuge einer Wohnungsöffnung kam es zu zwei leichtverletzten Tatverdächtigen, die versuchten ihre Wohnungstüre zuzudrücken. Sie begründeten ihr Handeln mit dem Glauben, es würde jemand einbrechen. Weitere umfangreiche Ermittlungen in dem Ermittlungskomplex dauern an.