Sicherheitsschleuse

Millionen-Coup im MAK – nun herrscht Flughafen-Security

Nach dem Diebstahl des millionenschweren Colliers hat das MAK die Sicherheit erhöht. Besucher müssen nun durch eine Sicherheitsschleuse.
Wien Heute
28.08.2026, 18:14
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Beim Betreten des Museums für angewandte Kunst (MAK) am Stubenring (Wien-City) lässt nichts darauf schließen, dass das Museum erst am Donnerstag von Dieben heimgesucht wurde, die sich mit einem millionenschweren Collier aus dem Staub machten – wären da nicht die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen.

Zwei Unbekannte hatten am Donnerstagnachmittag gegen 14 Uhr das MAK betreten, in der Ausstellung "Glanzstücke" schlugen sie mit einem Hammer eine Vitrine ein, bedrohten mit einer Waffe die Besucher und flüchteten anschließend mit ihrer millionenschweren Beute in Richtung Stadtpark.

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Collier soll 3,7 Millionen Euro wert sein

Das Collier, das entwendet wurde, stammt ursprünglich von Königin Nazli von Ägypten und wurde 1939 vom Pariser Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels im Art-deco-Stil gefertigt. Es besteht aus mehr als 600 Diamanten, vor rund zehn Jahren wurde es in New York um 4,3 Millionen Dollar (rund 3,7 Millionen Euro) versteigert.

Der dreiste Coup dürfte gut vorbereitet gewesen sein: Die Täter griffen gezielt nach dem wertvollen Collier, ließen weitere Schmuckstücke wie Ohrringe oder eine Brosche in der Vitrine links liegen. Laut Polizei hatte mindestens einer der Diebe eine echte Schusswaffe dabei.

Flucht über den Hinterausgang?

Wie "Heute" zudem erfuhr, dürften die Kriminellen anschließend über eine Treppe und einen Ausgang zum Restaurant im hinteren Bereich des MAK geflüchtet sein. Der Bereich des Restaurants ist frei zugängig und führt direkt über eine Wiese zum Wienfluss.

Die Täter dürften über einen Hinterausgang, der zum Restaurant führt, geflüchtet sein.
Heute

Aufgrund des Diebstahls hat das MAK seine Sicherheitsvorkehrungen nun verschärft – Besucher müssen – nachdem sie ein Ticket gekauft haben – ihre Tasche in der Garderobe im Keller abgeben oder einsperren.

"Flughafen-Sicherheit" vor Ausstellung

Vor der "Glanzstücke"-Ausstellung herrscht zudem "Flughafen-Sicherheit": Besucher müssen durch eine Metall-Schleuse. In der Ausstellung selbst drehen mehrere (unbewaffnete) Securites ihre Runden. Vom Diebstahl selbst sind keine Spuren ersichtlich – die Nische, in der das Collier ausgestellt war, wurde einfach – farblich mit der Umgebung abgestimmt – verschlossen. Es wirkt fast so, als sollte Besuchern vermittelt werden, das nie etwas passiert sei.

Die Nische, in der sich die Vitrine mit dem Collier befand, wurde einfach verschlossen.
Heute

Das Landeskriminalamt ermittelt auf Hochtouren: Ermittler sichern Bilder aus den Überwachungskameras (auch in der Umgebung) und werten Spuren aus. Auch Zeugen, die den Diebstahl beobachtet haben, werden befragt. Die Verdächtigen sind um 1,70 bis 1,75 Meter groß, schlank und haben dunkle Haare bzw. einen dunklen Bart. Sie trugen schwarze Kleidung und dunkle Turnschuhen mit weißer Sohle. Das Landeskriminalamt bittet unter der Telefonnummer 01-31310-33800 um Hinweise.

Die Polizei fahndet nach dem Juwelen-Coup nach diesen beiden Männern.
LPD Wien

Sicherheitsvorkehrungen entsprachen Standards

Die Direktorin des MAK, Lilli Hollein, betonte in einer Aussendung, dass die Sicherheitsvorkehrungen den für internationale Ausstellungen üblichen höchsten Standards für die Präsentation von Schmuckstücken entsprochen hätten. Spezifisch für die aktuelle Ausstellung habe man mit Van Cleef & Arpels ein eigenes Konzept erarbeitet.

Die Sicherheitsdienstleistungen an Ort und Stelle seien an einen externen Sicherheitsdienstleister vergeben worden. Nachdem einer der Täter bewaffnet war, habe es für das Sicherheitspersonal oberste Priorität gehabt, Besucher aus den Ausstellungsräumen zu bringen: "Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Das ist das Wichtigste", so Hollein.

Vitrinen mit Panzerglas

Die Ausstellungsstücke befinden sich in in die Wände integrierten Sicherheitsvitrinen mit Panzerglas. Doch auch mit "umfassenden Sicherheitsvorkehrungen lässt sich eine gezielte, bewaffnete Tat während des laufenden Ausstellungsbetriebs nicht vollständig ausschließen".

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.08.2026, 18:14