Ein buntes Papageienbild mit 87.500 Bildpunkten auf einem Chip, der kleiner ist als ein Stecknadelkopf: Was klingt wie Science-Fiction, ist Forschern der ETH Zürich nun gelungen. Das Bild misst gerade einmal 0,6 mal 0,3 Millimeter.
Der Trick: Die Wissenschaftler entwickelten farbige Leuchtpolymere, die gleichzeitig als Fotolack dienen. So lassen sich extrem kleine Pixel erzeugen, ohne dass die empfindlichen Leuchtstoffe bei der Herstellung zerstört werden.
Wie forschung-und-wissen.de meldet, wurden die Ergebnisse im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Bisher konnten organische Leuchtstoffe nicht mit herkömmlicher Chip-Fertigung verarbeitet werden, weil die nötigen Chemikalien sie angriffen.
Die Technologie könnte vor allem bei Augmented-Reality-Brillen, VR-Headsets und elektronischen Kamerasuchern zum Einsatz kommen. Dort müssen Bildschirme extrem klein und zugleich gestochen scharf sein.
Auch ein leuchtendes ETH-Logo mit elektrisch betriebenen Leuchtdioden stellten die Forscher bereits her - wie bei einem OLED-Fernseher, nur viel winziger.
Neben Displays sehen die Wissenschaftler auch Anwendungen in der Medizintechnik. So könnten Miniaturlichtquellen einzelne Zellen gezielt beleuchten oder Nervenzellen in Experimenten anregen.
Bis ein solcher Bildschirm in einer Brille landet, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Die Arbeit ist vorerst eine Machbarkeitsstudie - Angaben zur Haltbarkeit der Materialien im Dauerbetrieb gibt es noch nicht.