Seit 50 Jahren kontrollieren Netzbetreiber ihre Infrastruktur auf die gleiche Weise: Helikopter mit Technikern an Bord fliegen die Leitungen ab, Mast für Mast, mit rund 30 km/h. Das Problem: Neben hohen Personalkosten belastet auch die Klimabilanz - ein Hubschrauber verursacht bis zu eine Tonne CO2 pro Flugstunde.
Das französische Start-up HyLight will das ändern. Es hat ein kleines Luftschiff entwickelt, das ohne direkte Emissionen und nahezu lautlos fliegt. Der Antrieb basiert auf Wasserstoff. Das Ziel ist es, die klassischen Wartungshubschrauber zu ersetzen.
Wie es bei Focus heißt, hat HyLight kürzlich 13 Millionen Euro Kapital eingesammelt. Bis 2027 will das Unternehmen 15 Einheiten in den Einsatz schicken. Bei mehreren hundert Einsatzstunden pro Luftschiff könnten pro Jahr Tausende Tonnen CO2 eingespart werden.
Damit die Luftschiffe wirklich klimafreundlich sind, müsste jedoch grüner Wasserstoff verwendet werden. Fraglich ist auch, ob die 13 Millionen Euro für den Bau von 15 Einheiten reichen.
Trotzdem hat das Konzept bereits mehrere französische Netzbetreiber überzeugt. Als Nächstes will HyLight nach Deutschland und in die Niederlande expandieren. Dort warten allerdings komplizierte Genehmigungsverfahren - und mehr Wind.
Denn der Mini-Zeppelin ist windempfindlich. Bei stürmischem Wetter werden deshalb auch in Zukunft weiter Hubschrauber zum Einsatz kommen.