Was haben unsere Landeshauptstadt und die Kurstadt Baden gemeinsam? Zwei bislang gescheiterte Hotelprojekte. Das St. Pöltener Vier-Sterne-Hotel sollte bereits eröffnet sein und auf dem Areal für die Badener Nobel-Absteige wird, nach dem Okay von Stadtchefin Adensamer, wieder Minigolf gespielt.
Erst am 23. Juni wurde in Baden die Auflösung des Pachtvertrages für die Minigolfanlage beschlossen. Freilich gegen Gebühr: 100.000 Euro zahlte die Stadt dem Pächter. Gerechtfertigt wurde dies damit, dass das Areal am Kaiser-Franz-Ring für die Errichtung eines Fünf-Sterne-Hotels gebraucht würde.
Nicht einmal fünf Monate später ist der Minigolfplatz in neuen Händen. Die SP und die Bürgerliste Jowi Trenner steigen auf die Barrikaden, bezeichnen die Entscheidung von VP-Bürgermeisterin Erika Adensamer als Faschingsscherz und sündteuren Streich für den Steuerzahler. Was die Chancen auf die Hotel-Realisierung betrifft, gibt sich die Stadtchefin zurückhaltend, betont aber, dass der Pachtvertrag jederzeit auflösbar sei und die Gespräche laufen: Sollen wir den Platz so lange leer stehen lassen?
In jedem Fall ist Baden kein Einzelschicksal bei der glücklosen Suche nach Investoren. Vor zwei Jahren schien das Vier-Sterne-Hotel bei den St. Pöltener Stadtsälen schon fix, bis Mitte 2009 sollte eröffnet werden, tönte es aus dem Rathaus. Im November 2009 sind die Stadtsäle noch immer gesperrt, keiner der Interessenten hat angebissen.
Astrid Heinz