Ministerin sagt, wie es mit Arbeitslosen weitergeht

Mit einer halben Million Arbeitslosen bis Jahresende wird gerechnet.
Mit einer halben Million Arbeitslosen bis Jahresende wird gerechnet.picturedesk.com
Die Coronakrise sorgt für eine Rekordarbeitslosigkeit in Österreich, der zweite Lockdown verschärft die Situation. So geht es am Arbeitsmarkt weiter.

Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) rechnet damit, dass es bis Jahresende 2020 eine halbe Million Arbeitslose in Österreich gibt. Zum Vergleich: Im Dezember 2019 waren knapp 350.000 Personen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet, im Oktober 2020 waren es bei den aktuellsten Zahlen 424.000 Personen ohne Job. Für den Anstieg ist nicht nur der zweite Lockdown verantwortlich, auch die jährlich ansteigende Arbeitslosigkeit im Winter kommt dazu.

Wie die Arbeitsministerin vorrechnet, dürfte die Zahl der Arbeitslosen, die alleine durch die Coronakrise ihren Job verlieren, im Vergleich zum Oktober im November und Dezember um rund 20.000 auf 90.000 Betroffene ansteigen. Eine Entspannung ist laut Wirtschaftsprognosen nicht in absehbarer Zeit erwartbar: Die Arbeitslosenrate wird für 2020 mit 9,9 Prozent prognostiziert und dürfte im Jahr 2021 nur sehr leicht auf 9,7 Prozent sinken.

Wirbel um "unfairen" AMS-Bonus

Aufregung gab es jüngst auch um den "Coronabonus" für Arbeitslose in der Krise. Wie bereits im Zeitraum Mai bis August 2020 sollen auch nun wieder bis zu 450 Euro an Betroffene ausgeschüttet werden. Der neue Arbeitslosenbonus ist für den dreimonatigen Zeitraum Oktober bis Dezember 2020 vorgesehen. Zugute soll es rund 410.000 Anspruchsberechtigten kommen. Aber: Bei vielen Betroffenen komme der Bonus nicht an, warnte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

Der Grund: Anspruchsberechtigt für den Bonus sind nur jene, die tatsächlich in dem Zeitraum arbeitslos gemeldet waren. Wer sich etwa im Krankenstand befunden hat, fiel um die Zusatz-Zahlung um, denn dann wurde kein Arbeitslosengeld, sondern Krankengeld ausbezahlt und der Anspruch auf die Einmalzahlung entfiel. "Hier werden Menschen, die es ohnehin schwer haben, auch noch dafür bestraft, wenn sie krank werden. Diese Regelung ist mehr als unfair", so Katzian.

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