Politik

Ministerin will magere Models verbieten

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:51

Was in Israel seit Jahresbeginn gesetzliche Realität ist, strebt Frauenministerin Heinisch-Hosek für Österreich an: Ein Auftrittsverbot für untergewichtige Models. Außerdem sollen retuschierte Werbefotos gekennzeichnet werden. Der Werberat ist gesprächsbereit.

"Schon 13-Jährige beginnen mit Diäten, Essstörungen nehmen zu, Schönheitsoperationen werden alltäglich", kritisiert Frauenministerin Heinisch-Hosek (SP) den Schlankheitswahn. Tatsächlich leiden einer Studie der Uni Innsbruck zufolge mindestens 10.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren an Magersucht oder Bulimie. Ähnlich die Situation in Israel, wo seit 1. Jänner ein weltweit einzigartiges Gesetz gilt:

Alle drei Monate müssen Mannequins ihren Arbeitgebern eine ärztliche Bestätigung vorlegen, dass ihr Body-Mass-Index (BMI = Verhältnis Körpergröße zu Gewicht) über 18,5 liegt. Wer zu mager ist, darf nicht modeln. Arbeitgebern drohen Geldstrafen. Heinisch: "Den BMI als Maßstab heranzuziehen, ist ein guter Vorschlag. Ich werde mich dafür einsetzen, diesem Vorbild in Österreich zu folgen."

Auch stark retuschierten Werbefotos sagt Heinisch den Kampf an. Ein Bildbearbeitungsgesetz könnte einen Hinweis auf verschmälerte Taillen oder geglättete Falten vorschreiben. Staatssekretär Ostermayer (SP) unterstützt Heinischs Forderungen. Die Branche lehnt gesetzliche Verbote ab, eine Selbstverpflichtung kann sich der Werberat aber vorstellen.

Erich Nuler

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