Ministerium schaltet um 17.30 Uhr alle PCs aus

Jetzt wissen wir, warum die Mühlen der Justiz in Sachen Ex- Finanzminister Karl-Heinz Grasser gar so langsam mahlen: In der Justizverwaltung werden die Computer generalstabsmäßig jeden Tag pünktlich um 17.30 Uhr heruntergefahren.


Für Richter und Staatsanwälte, die nicht nach fixen Kernzeiten arbeiten, eine schweißtreibende Schikane: "Viele arbeiten bis spät in die Nacht. Da kann es fatale Folgen haben, wenn der Computer plötzlich abgeschaltet wird", so Klaus Schröder, Vorsitzender der Richter-Gewerkschaft über die neue IT-Maßnahme, die seit 1. Dezember in der Justizverwaltung praktiziert wird.

Schröder, der selbst damit noch keine Erfahrungen gemacht hat, verzeichnet bereits "viele Beschwerden". Aber: "Wir wollen bei unserem nächsten Jour fix im Justizministerium prüfen lassen, ob es praktikablere Lösungen gibt". Schröder weiter: "Der Computer kann aber abends sowie an Samstagen und Sonntagen wieder eingeschaltet werden."

Hintergrund der Maßnahme ist ein "umfangreiches Umwelt- und Stromspar-Programm in der Justizverwaltung", wie es auf "Heute“-Anfrage im Justizministerium heißt.

Eine Sprecherin beschwichtigt: "Eine halbe Stunde und nochmals kurz vor der Strom-Abschaltung blinkt eine Warnung am Bildschirm auf." Wer gerade nicht am Platz ist und sich am PC mit Akten zu Grasser & Co. herumschlagen muss, hat trotzdem Pech gehabt. Und nicht gespeicherte Daten verschwinden ...

Maria Jelenko
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