Missbrauch: Milde Strafe für Kinder-Chauffeur

Bild: Fotolia/Symbolbild

Ein 53-jähriger Taxifahrer und Lenker von Schul- und Kindertransporten wurde am Mittwoch in Salzburg zu 18 Monaten Haft verurteilt, weil er eine Zwölfjährige missbraucht hat. Er muss jedoch laut nicht rechtskräftigem Urteil nur ein Monat ins Gefängnis - der Rest der Haftzeit wurde ihm bedingt nachgesehen.

, der sich an Mädchen vergangen hatte.

Angesichts des Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft gab es für den Chauffeur ein mildes Urteil - er muss nur ein Monat lang hinter Gitter, der Rest wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Gericht sprach dem Opfer ein Teilschmerzensgeld von 4.000 Euro zu.

Zur Last gelegte Taten im Sommer 2013

Der Angeklagte soll sein Opfer mehrmals sexuell schwer missbraucht und einmal den Beischlaf vollzogen haben. Zum ersten sexuellen Übergriff soll es laut Staatsanwalt Christian Weismann Mitte Juli während eines Kindertransportes vom Gasteinertal zu einem Feriencamp nach Bischofshofen gekommen sein. Dabei soll der Pongauer das Mädchen an den Geschlechtsteilen betastet haben. Anfang August sei es zu einem ähnlichen Vorfall in Bad Hofgastein gekommen. Einen Tag darauf habe der Beschuldigte das Kind in seiner Wohnung eingeladen und dort den Beischlaf vollzogen. Wenige Tage später, habe der Mann das Mädchen wieder unsittlich berührt, erklärte Weismann.

Leider habe die Zwölfjährige sich zuerst nur einer Freundin anvertraut. Aufgeflogen sei der Fall erst, als die Mutter auf dem Handy ihrer Tochter die Nummer des Taxifahrers gesehen habe, "das ist ihr seltsam vorgekommen", sagte der Staatsanwalt. Danach wurde Anzeige erstattet. Der Angeklagte wurde von Zeugen belastet. Weiters stellten die Ermittler pornografische Darstellungen Unmündiger auf dem Computer des Pongauers sicher. "Der Angeklagte sagte, er hätte nur auf den Internetseiten gesurft, mehr nicht", so Weismann.

Chauffeur bestreitet Vorwürfe

Der Pongauer wies jede Schuld von sich. "Ich bekenne mich nicht schuldig in allen Anklagepunkten. Ich habe das Mädchen nie berührt, weder oberhalb noch unterhalb der Kleidung." Verteidiger Remy Horcicka fehlten "objektive Beweise für die vorgeworfenen Taten", wie er betonte. Sein Mandant habe 14 Jahre lange Kinder mit dem Taxi gefahren, auch zur Schule, "ohne dass ein ähnlicher Vorwurf aufgetreten wäre". Der Anwalt gab zu bedenken, dass die Zwölfjährige eine "geistige Beeinträchtigung" habe und "in einer äußerst schwierigen Familiensituation" lebe.

 

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