Rund 5.000 Kilometer abseits von Autobahnen durch alle Schlaglöcher des Balkans – das ist das klassische Pothole Rodeo. Das Außergewöhnliche daran: Die Rallye-Fahrer sitzen nicht in teuren Sportwagen, sondern in Autos, wie man sie oft am Straßenrand für ein paar Hundert Euro zum Verkauf sieht, die aber eigentlich niemand so wirklich haben will.
Mindestens 20 Jahre muss ein Auto am Buckel haben und es darf nicht mehr als 500 Euro gekostet haben, dann darf man damit beim Pothole Rodeo mitmachen. Benjamin Hymer (25) und Alexander Schöfböck (26) aus Mistelbach gehen heuer zum dritten Mal mit ihrem VW Vento an den Start. Erstmals geht es Mitte Juli nicht durch den Balkan, sondern durch Österreich. Wegen der Corona-Krise hat sich der Veranstalter heuer für regionale Ableger entschieden.
"Eigentlich haben wir geglaubt, dass es heuer keine Rallye für uns gibt. Aber vor zwei Wochen wurden dann die Alternativen präsentiert und da sind wir natürlich in Österreich dabei", erzählt Hymer gegenüber "Heute". Nach der Rallye im Jahr 2018, hatte ihr Auto einen Turboschaden, es dauerte lange, um es wieder fahrtauglich zu bekommen.
Mittlerweile ist das Schrottauto der Hobby-Rennfahrer – einer der beiden ist Mechaniker, der andere im Finanzbereich tätig – zumindest im Inneren auch gar keines mehr. "Es hat mehr Bodenfreiheit, Sportsitze, CB-Funk, einen großen Dachgepäcksträger, Rallye-Scheinwerfer, größere Reifen und vieles mehr", sagt der Mistelbacher. Ein paar Tausend Euro haben die beiden über die Jahre schon in ihren fahrbaren Untersatz gesteckt, um ihn wieder in Schuss zu bringen und ein bisschen mehr Komfort zu haben.
Beim Pothole Rodeo macht die Platzierung am Ende wenig aus. Durchkommen und gemeinsam Spaß haben lautet die Devise. Außerdem steht auch soziales Engagement im Fokus. So stand etwa 2018 ein Besuch in einem Kinderheim in Moldawien am Rallye-Programm bei dem die Teilnehmer den Kindern Spielzeug schenkten. Wer die beiden Mistelbacher bei ihrem außergewöhnlichen Hobby unterstützen will, kann sie auch als Sponsor unterstützen.