Niederösterreich

Mistelbacher Oberarzt will für MFG in die Ärztekammer

Die impfkritische Partei MFG will jetzt auch in die niederösterreichische Ärztekammer einziehen. Spitzenkandidat ist der Weinviertler Horst Schuller.

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Schuller tritt bei der Wahl für MFG an.
Schuller tritt bei der Wahl für MFG an.
picturedesk.com, Purkharthofer PR

Regelmäßig und deutlich öfter als zuvor nahm die niederösterreichische Ärztekammer seit Pandemiebeginn öffentlich Stellung zu politischen Themen der Pandemie, grundsätzlich ist man dabei bemüht, sich kein politisches Couleurs anmerken zu lassen. Zuletzt wurde 2017 gewählt, die Ärztekammer setzt sich seither aus Listen wie dem Ärzteverband oder ARGUS zusammen. 

Bei den bislang letzten Wahlen hatten die Freiheitlichen als einzige offen Farbe bekannt, wurden mit 0 Mandaten abgestraft. Dieses Mal wollen die Corona-Maßnahmen-Gegner von MFG, die in Oberösterreich und Waidhofen an der Ybbs für kleine politische Erdbeben sorgten, ihr Glück versuchen. Sie kandidieren als "MFG – Liste Horst Schuller" für die Wahl am 2. April. Wahlberechtigt sind 8.150 Ärztinnen und Ärzte aus Niederösterreich. 

Neuer Präsident gesucht

"Die Ärztekammer wendet sich von den Interessen ihrer Mitglieder immer mehr ab und biedert sich bei Politik und Mainstream an", begründet der HNO-Facharzt Schuller seine Kandidatur. Schuller ist seit 1991 Oberarzt im Krankenhaus Mistelbach und ordiniert seit 1995 in Wolkersdorf. Er hat langjährige politische Erfahrung als Spitalsärztevertreter und Bezirksärztevertreter von Mistelbach. “Wir brauchen eine Kammer, die wissenschaftlichen Diskurs nicht nur zulässt, sondern auch fördert. Wir brauchen eine Kammer, die uns unterstützt und nicht mit disziplinären Maßnahmen droht. Nur so können wir unsere PatientInnen gut versorgen”, so Schuller.

Sicher ist übrigens bereits, dass die Ärztekammer eine neue Führung bekommt. Der bisherige Präsident Christoph Reisner (61) will künftig mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen und zieht sich deshalb nach 15 Jahren an der Spitze aus der Standesvertretung zurück. Als Nachfolger wünscht sich der Wr. Neustädter seinen bisherigen Vize Gerrit Loibl (57) aus St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln).

NÖ Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner
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Ärztekammer für NÖ/Raimo Rumpler
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