Ernst und Hansi Hinterseer verbindet ein Name, eine Heimat und eine außergewöhnliche Karriere auf zwei Brettern. Was Vater und Sohn dagegen seit Jahren nicht mehr verbindet, ist ihr Privatleben.
Mit mittlerweile 94 Jahren spricht Ernst Hinterseer ungewöhnlich offen über das zerrüttete Verhältnis zu seinem berühmten Sohn.
"Ich habe leider kein gutes Verhältnis zu ihm. Das ist sehr traurig, aber das ist so", sagt der ehemalige Skirennläufer gegenüber der Zeitschrift "Meine Freizeit".
Besonders bitter: An eine späte Versöhnung glaubt der 94-Jährige offenbar nicht mehr. Auf die Frage danach findet er nur noch drei klare Worte: "Nein, das ist vorbei."
Dabei gab es in den vergangenen Jahren Situationen, in denen eine Annäherung möglich gewesen wäre. Während der Corona-Pandemie musste Ernst Hinterseer ins Krankenhaus. Doch auch damals fanden Vater und Sohn nicht wieder zueinander.
Dabei verdankt Hansi seinem Vater zumindest sportlich einiges. Ernst gewann 1960 Olympia-Gold im Slalom und wurde später Trainer. Auch seinen Sohn betreute er zu Beginn dessen Karriere. Hansi schaffte schließlich selbst den Sprung an die Weltspitze, gewann sechs Weltcuprennen und 1974 WM-Silber im Riesenslalom. Noch 2024 bezeichnete er seinen Vater in sportlicher Hinsicht als eines seiner Vorbilder.
Privat blieben die Gräben jedoch bestehen.
Und mit 94 Jahren bekommt Ernst Hinterseers Satz eine besondere Schwere: Für eine Versöhnung zwischen zwei der bekanntesten Sportler Kitzbühels bleibt nicht mehr unbegrenzt Zeit.