Niederösterreich

Mit Chauffeur unterwegs! SP wettert gegen VP-Kandidaten

Patrick Strobl, Melks VP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, hat sich einen Fahrer zugelegt. SP-Melk dazu: "Das zeigt die Abgehobenheit der VP".

Tanja Horaczek
VP-Landtagswahlkandidat Patrick Strobl aus Melk lässt sich zu seinen Terminen fahren.
VP-Landtagswahlkandidat Patrick Strobl aus Melk lässt sich zu seinen Terminen fahren.
Stadt Melk/Gleiss, istock

Der Wahlkampf in Melk ist eröffnet: Ein privat bezahlter Fahrdienst von Patrick Strobl (34), VP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, lässt derzeit die Wogen im Bezirk Melk hochgehen. Vor allem der SPÖ ist der Dienst ein Dorn im Auge. "Dies zeigt wie weit die ÖVP von den Problemen der Bevölkerung entfernt ist", wettert SP-Bezirksgeschäftsführer Bernhard Wurm.

Pensionist geringfügig angestellt

Patrick Strobl wurde mehrheitlich von der ÖVP zur Nummer 1 im Bezirk Melk gewählt und geht somit als Spitzenkandidat für die Landtagswahl ins Rennen. "Ich bin quer im Bezirk unterwegs, daher hab ich einen Pensionisten geringfügig angestellt, der mich zu meinen Terminen fährt", erzählt der 34-Jährige. Seine plausible Begründung, warum gerade jetzt: "Da ich auch Bürgermeister bin, kann ich während der Fahrten Büroarbeiten erledigen. Ich bin viel und lange unterwegs, daher will ich die Fahrtzeiten sinnvoll nützen."

    VP-Landtagswahlkandidat Patrick Strobl lässt sich zu seinen Terminen fahren.
    VP-Landtagswahlkandidat Patrick Strobl lässt sich zu seinen Terminen fahren.
    Stadt Melk/Gleiss, istock

    Die Sozialdemokraten aus dem Bezirk sehen die Lage anders. "Für uns zeigt es die Abgehobenheit der ÖVP. Und wie weit sie bereits von den vielen Problemen der Bevölkerung entfernt ist. Während viele Familien und Alleinerzieher sich aufgrund der starken Teuerung durchs Leben kämpfen, nimmt sich der Melker Bürgermeister einen eigenen Chauffeur und begründet dies mit einer Effizienzsteigerung", kritisiert SP-Bezirksgeschäftsführer Bernhard Wurm.

    "Fraglich, ob er der Aufgabe gewachsen ist"

    „Wenn die 15 Minuten von Melk nach Ybbs die Effizienz des Bürgermeisters so erhöhen, stellt sich die Frage, ob er der Aufgabe eines Landtagsabgeordneten überhaupt gewachsen ist", setzt er nach. Strobl betont, dass er alle Kosten für den Fahrer selbst trägt und es ihm auch um die Sicherheit beim Fahren geht. So könne er Telefonate führen und müsse nicht auf den Verkehr achten. "Immerhin habe ich eine Familie, für die ich auch Zeit haben will."

    Wahlkampf in Melk eröffnet

    Die SPÖ stellt in den Raum, dass es eine Ankündigung der Volkspartei gäbe, im Wahlkampf nicht nur auf einen Chauffeur, sondern auf einen ganzen Konvoi zu setzen. Bei ihnen würde der Wahlkampf ganz anders ablaufen. "Auch die sozialdemokratischen Kandidaten werden im Bezirk Melk unterwegs sein, aber ohne Konvoi und dafür mit einem offenen Ohr für die vielen Anliegen und Probleme der Bevölkerung. Unsere Abgeordneten arbeiten seit vielen Jahren auch ohne Chauffeur sehr effizient in unserem Bezirk", so Wurm abschließend.

    Strobl fordert die SPÖ auf, ihren Ton nochmal zu hinterfragen. Beleidigungen und Unterstellungen sollten nicht Teil der politischen Auseinandersetzung sein.