Abubark Barry (21.) und Johannes Eggestein (24.) sorgten mit einem Doppelschlag der Wiener für den Überraschungssieg beim Bundesliga-Tabellenführer, sorgten für Katerstimmung vor den nicht einmal 7.500 Fans in der Bullen-Arena. Die Austria agierte defensiv kompakt und vor allem in Halbzeit eins bissig im Offensivspiel, schlug eiskalt zu, während die Mozartstädter ideenlos wirkten.
Für die Wiener war es jedenfalls ein historischer Sieg, der erste volle Erfolg gegen die Bullen seit Mai 2018, nach langen 24 Pflichtspielen stand wieder ein "Dreier". Für den letzten Sieg in Salzburg muss man noch weiter zurückblättern: zum 21. September 2018 – 18 Spiele blieben die Wiener in Salzburg sieglos.
"Der Sieg hat einen riesengroßen Stellenwert für den ganzen Verein. Wir können megastolz darauf sein. Wenn man zwölf Jahre da nicht gewinnt, ist es etwas ganz Großes", strahlte Austrias Kapitän Manfred Fischer, der aber gleichzeitig auch versuchte, die Kirche im Dorf zu lassen "Letztendlich sind es normale drei Punkte. Aber wir können überglücklich sein."
Der Matchplan von Coach Stephan Helm ging jedenfalls auf: Defensiv kompakt, schnelle Gegenzüge gegen die aufgerückten Salzburger. "Der Trainer hat uns vor dem Spiel gesagt, wir sollen in den Boss-Modus gehen. Das ist uns relativ gut gelungen. Wir haben einen ganz klaren Plan gehabt, wie wir auftreten wollen, der ist extrem gut umgesetzt worden. Wir haben ihre Stärken weggenommen und wussten, dass wir gut umschalten können", erklärte Fischer.
Erleichtert zeigte sich auch Helm selbst. "Ich war überzeugt, dass diese Mannschaft das Zeug hat, den Bann zu brechen. Das hat sie eindrucksvoll unter Beweis gestellt", lobte der Coach mit heiserer Stimme. "Es ist dieser Zusammenhalt, dieser Spirit. Da wird nie jemand alleine gelassen. Gegen Salzburg braucht man einen speziellen Plan. Das funktioniert aber nur, wenn die Jungs es mit so einer Überzeugung umsetzen, es mit einem Sieg so aufgeht", meinte der Coach.
"Bedeutend ist, dass wir eine Mannschaft haben, die einen super Charakter hat, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Man kann sich nur wünschen, solche Spieler zu haben, die sich zerreißen. An solchen Tagen wird es auch offensichtlich, dass es so ist", stellte Helm die Einheit im Team hervor. Nun geht es um den Kampf um die Top Sechs, die Bundesliga ist so eng, wie schon Jahre nicht mehr. "Das ist jedem bewusst. Bis zur 22. Runde ist es brutal knapp. Natürlich sind wir ambitioniert", so der Trainer.
Die 18. Bundesliga-Runde wird am Samstag und Sonntag fortgesetzt.