Politik

"Mit ihr nicht" – Wirbel um Neo-Minister und Tierlady

Tierische Aufregung um das erste Interview von Landwirtschafts-Minister Norbert Totschnig (VP). Er wollte sich Interviewer und Fragen aussuchen …
Heute Redaktion
21.05.2022, 19:52

Jetzt hat er sich extra die "Krone" für sein erstes Interview ausgesucht und dann das. Das Gespräch zwischen Neo-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (VP) für die Sonntagsausgabe der "Kronen Zeitung" ging bei brütender Hitze in Wien offenbar mehr als frostig über die Bühne. Wie Wien-Ressortchef Michael Pommer nun berichtet, wollte die "Krone"-Chefredaktion Maggie Entenfellner aus der "Tierecke" zu dem Gespräch entsenden. "Das wurde von Ihrer Pressesprecherin allerdings abgelehnt", so das Blatt in einem Vorab-Onlinebericht. Mehr noch: "Machen wir mit ihr nicht, war die Aussage."

Wut-Sprecherin: "Warum werfen Sie ihm das vor?"

Pommer hält nun fest: "Politiker können sich bei uns nicht einfach Journalisten aussuchen, wie auf dem Basar." Er fragte den Minister: "Was haben Sie gegen Maggie Entenfellner?" Antwort: "Gar nichts habe ich gegen Maggie Entenfellner." Dann drehte die Pressesprecherin auf und herrschte Pommer an: "Wieso werfen Sie dem Minister Dinge vor, die ich gemacht habe?"

Neo-Minister Norbert Totschnig wurde wegen einer Corona-Erkrankung verspätet angelobt.
ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

Nach einer Debatte über das Aufgabengebiet von Pressesprechern und über die Pressefreiheit befragte die "Krone" Minister Totschnig zu Vollspalt-Böden, den ÖVP-Parteitag samt Virensager ("Habe mir Teile angesehen") und Tierwohl ("Ich kümmere mich um meinen Kernbereich").

"Persönliche Fragen stellen"

Trotz des kühlen Einstands machte Redakteur Pommer der Kommunikationsfrau am Ende noch eine Freude. Er frage den Minister: "Ich glaube, Ihrer Pressesprecherin war im Vorfeld wichtig, dass ich auch persönliche Fragen stelle, um Ihre Persönlichkeit zu beleuchten. Also bitte: Was ist Ihre Lieblingsfarbe?"

Die Antwort: "Grün." Auf "Heute"-Anfrage betonte die Pressesprecherin Samstagabend, dass weder Minister noch sie ein Problem mit Maggie Entenfellner hätten. Die Dame versicherte auch, dass Pommer nicht verpflichtet gewesen wäre, die Lieblingsfarbe des Ministers abzufragen: "Es gab ein ganz normales Vorgespräch zu dem Interview, bei dem besprochen wurde, den Minister auch ein bisschen persönlich vorzustellen."

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