Mit Schokolade gegen den Klimawandel

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Fleisch hat eine äußerst negative Ökobilanz, ebenso Milchprodukte. Doch manch kulinarische Klimasünde könnte besser sein als ihr Ruf.
Durch eine bewusste Ernährung kann jeder dazu beitragen, seinen sogenannten CO2-Fußabdruck klein zu halten. Ein Verhalten, das helfen soll, den Klimawandel zu bremsen. Gängige Faustregel: Fleisch ist schlecht, lokales Gemüse gut.

Doch manch vermeintlich kulinarische Umweltsünde könnte der Atmosphäre weniger schaden als bisher vermutet. Das haben Wissenschaftler in den USA herausgefunden, wie die BBC berichtet.

Kalorientabellen und Klimastatistiken

Der CO2-Fußabdruck gibt die Menge produzierten Kohlendioxids pro 100 Gramm genußfertiger Nahrung an. Während Früchte und Gemüse nach dieser Rechnung eine gute Ökobilanz aufweisen, gelten Fleisch und Milchprodukte als wahre Kohlendioxid-Bomben und somit Klimakiller. Was Statistiken wie diese jedoch außen vor lassen, ist eine Art Sattmacher-Faktor der jeweiligen Lebensmittel. Denn unseren Energiebedarf decken nicht alle Produkte gleich gut. So haben 100 Gramm Vollfett-Käse eben ein Vielfaches des Kaloriengehalts von 100 Gramm grünem Salat. Es kommt also auf die verzehrten Mengen an.

Mehr Schokolade, weniger Gemüse-Sticks?

Statt der Menge produzierten Kohlendioxids pro 100 Gramm Nahrung berechneten Forscher der University of Washington in Seattle jetzt, wie viel Gramm Kohlendioxid ein Lebensmittel pro 100 Kalorien produziert. Die herkömmliche Klima-Pyramide stellt ihre neue Betrachtungsweise jedenfalls auf den Kopf. Kuchen oder Schokolade haben etwa auf einmal einen deutlich kleineren CO2-Fußabdruck als zum Beispiel Dosen-Gemüse. Wer sich jetzt auf hemmungslose süße Schlemmgelage an Weihnachten freut, dem sei ein anderer Rat der Forscher ans Herz gelegt: Was fürs Klima weniger schlimm sein könnte als gedacht, ist für die Gesundheit genauso schlecht wie immer.
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