Mit Schülern über Gleise: Lehrerin kriegt Job zurück

Über diesen Bahnübergang wurden die Schüler gelotst.
Über diesen Bahnübergang wurden die Schüler gelotst.Bild: picturedesk.com
Eine Wiener Lehrerin wurde gekündigt, weil sie 83 Volksschüler bei Rotlicht über Gleise lotste. Nun urteilte das Arbeitsgericht.

Um noch einen Zug rechtzeitig zu erwischen, hatten im Juni 2016 vier Lehrerinnen ihre 83 Volksschüler aus Wien-Döbling bei einem Ausflug unter einem geschlossenen Bahnschranken in Leobendorf (Bezirk Korneuburg) durchgelotst.

Ihnen wurde ein Strafverfahren angehängt, doch dieses bald wieder eingestellt. Die vier Pädagoginnen wurden daraufhin allerdings vom Wiener Stadtschulrat gekündigt.

Eine der Lehrerinnen konnte sich nun erfolgreich vor dem Arbeitsgericht wehren. Sie schilderte, dass die Gruppe spät dran gewesen sei, um einen Zug nach Wien zu erwischen. Als die Gruppe den Zug bereits in der Haltestelle sah, schlüpften einige Schüler unter dem sich schließenden Schranken durch. Die Lehrerin sah die Aufteilung der Gruppe und entschied, dass es der sicherste Weg sei, dass alle Volksschüler die Gleise überqueren sollten – auch, weil kein anderer Zug zu sehen war.

Dieser Meinung war auch das Arbeitsgericht: "Sie hat das in ihrer Lage Mögliche und Zumutbare getan, um die bereits vorhandene Gefährdung der Kinder möglichst gering zu halten und sie so rasch als möglich aus der Gefahrensituation zu bringen", wird der Richter vom "Kurier" zitiert. Als ein Eilzug wenig später über den Bahnübergang gerast war, sollen die Volksschüler bereits im Zug an der Haltestelle gewesen sein.

Das Urteil: Die Lehrerin muss wieder angestellt werden. Ein Verfahren gegen eine Kollegin läuft noch, eine wurde nach einer Abmahnung versetzt und die vierte Lehrerin ist einen Vergleich eingegangen. (red)

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