Roy Larner wurde beim London-Anschlag zum Held, als er den Attentätern mit bloßen Fäusten und dem Fan-Schlachtruf "We are Millwall" entgegen trat.
Drei islamistische Attentäter haben am 3. Juni bei einem Anschlag mit einem Lkw und anschließend mit Messern auf der London Bridge und im nahegelegenen Borough Market acht Menschen getötet und 48 schwer verletzt.
Dass es nicht weit mehr Tote gab, ist einigen mutigen Helden zu verdanken, die sich den Attentätern entgegen stellten und so Leben retteten. Einer dieser Helden war Roy Larner.
"We are Millwall" gegen "Das ist für Allah"
Als die drei Attentätern mit Messern bewaffnet Passanten attackierten und dabei "Das ist für Allah" schrien, trat Larner ihnen entgegen. Nur mit seinen Fäusten bewaffnet bot er ihnen die Stirn und rief ihnen entgegen: "We are Millwall!" Millwall FC ist der Londoner Drittliga-Verein, dessen Fan er ist.
Die Millwall-Fans genießen den eher schlechten Ruf, besonders gewaltbereit zu sein. Roy Larner jedoch wird in Anlehnung an das Vereinswappen als "Löwe der London Bridge" gefeiert. Achtmal stachen die Attentäter auf ihn ein, er erlitt Schnittverletzungen an den Armen sowie Stichverletzungen an der Brust, am Hals und am Kopf. "Ich habe Glück, dass ich noch am Leben bin", gab Larner selbst zu.
Held derzeit arbeits- und obdachlos
Im britischen Frühstücksfernsehen zeigte er seine zahlreichen Narben und sprach auch über seine derzeitigen Lebensumstände. Roy Larner ist derzeit obdach- und arbeitslos. Er übernachtet bei Freunden auf dem Sofa. Über einen Spendenaufruf wurden inzwischen knapp 50.000 Pfund für den Helden gesammelt.
"Security-Job wäre super"
Einen Job hätte er trotzdem gerne, wie er sagte. "Sie könnten für mich als Security arbeiten, wäre das was für Sie?", fragte Moderator Piers Morgan. "Ja, Security würde ich gerne machen. Ich glaube ich hab bewiesen, dass ich mich behaupten kann", meinte der Held schmunzelnd.
nach der Sendung ging es für den resoluten Fußball-Fan zurück ins Spital. Ihm steht noch eine Operation und eine längere Reha bevor.
"Die Queen soll ihn zum Ritter schlagen"
Zahlreiche Briten forderten nach der Sendung auf sozialen Netzwerken, dass dem "Löwen der London Bridge" vom Staat eine Wohnung und ein Job besorgt werden solle. Schließlich habe er zahlreiche Menschenleben gerettet. Manche forderten zudem, dass die Queen ihn für seine Heldentat zum Ritter schlagen solle, das sei nur passend.
Eine weitere beliebte Forderung der Zuseher: Man möge Larner eine Saisonskarte seines Klubs Millwall FC schenken und ihn im Heimstadion ankündigen, damit das Publikum ihn feiern kann. (hos)