Wirtschaft

Mitarbeiter von Kika und Leiner bangen um Jobs

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:22

Ein halbes Jahr nach der Übernahme von Kika/Leiner durch das südafrikanische Unternehmen Steinhoff wackeln nun Jobs in den 18 Leiner- und 32 Kika-Filialen in Österreich. Laut Medienberichten gab es erste Kündigungen, die Betriebsräte sind alarmiert.

Ein halbes Jahr nach der Übernahme von Kika/Leiner wackeln nun Jobs in den 18 Leiner- und 32 Kika-Filialen in Österreich. Laut Medienberichten gab es erste Kündigungen, die Betriebsräte sind alarmiert.

Laut Barbara Teiber von der Gewerkschaft GPA-djp "herrscht ein Klima der Angst und Panik" unter den Mitarbeitern. Denn das strikte Kostensenkungsprogramm führt wohl nicht an Kündigungen vorbei, auch wenn das Management dementiert und felsenheft behauptet, dass es in den letzten zwei Monaten sogar mehr Neueinstellungen als Dienstgeberkündigungen gegeben hat.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Kika haben hohe Investitionen im Ausland 2012/13 rote Zahlen beschert. Der Verlust weitete sich von 8,5 Millionen auf 28,3 Millionen Euro aus, der Umsatz ging von 509,2 Millionen auf 497,6 Mio. zurück. Leiner rutschte ebenso ins Minus: Die Gewinn- und Verlustrechnung belief sich laut "FirmenCompass" 2012/13 auf minus 0,71 Millionen nach plus 5,38 Millionen Euro, der Umsatz schrumpfte von 469,8 Millionen auf 462,6 Millionen.

Laut "Kurier" kam es bereits zu ersten betriebsbedingten Kündigungen. Bei Leiner in Amstetten sollen dem Bericht zufolge insgesamt 18 Stellen abgebaut werden. Der Filialleiter, der sich geweigert habe, die Mitarbeiter zu kündigen, sei in Pension geschickt worden.

Ältere Angestellte unter Druck

Viele Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs, wie Teiber berichtet. "Zahlreiche" Kika/Leiner-Mitarbeiter hätten sich schon besorgt an die Gewerkschaft gewandt. "Uns erreichen täglich Anrufe Betroffener". Vor allem Ältere - Frauen ab 45 und Männer ab 50 Jahren - würden "enorm" unter Druck gesetzt. "Es geht um ein Angebot von einvernehmlichen Kündigungen", berichtete die Arbeitnehmervertreterin. Die Gewerkschaft rät der Belegschaft, nicht vorschnell zu handeln.

Weiters trete das Unternehmen an Mitarbeiter heran, einen Gehaltsverlust zu akzeptieren. Auch die für Beschäftigte der Möbelindustrie wichtigen Provisionsvereinbarungen sollen laut Teiber verschlechtert werden. Die Umsatzgrenzen würden "massiv" erhöht.

Einkaufs-Rabatt gefordert

Ums Sparen geht es Kika/Leiner auch beim Einkauf. Wie Zeitungen berichten, hat der Möbelhändler in einem Schreiben seine Lieferanten aufgefordert, fünf Prozent beim Einkaufspreis nachzulassen, um die Werbekampagne für den Frühling zu ermöglichen. Auch XXXLutz tat es dem Konkurrenten gleich und verlangte von Februar bis April einen vierprozentigen Rabatt.

Den heimischen Möbelherstellern schmeckt das gar nicht, sie fühlen sich stark unter Druck gesetzt. In Deutschland, wo ebenfalls Lieferanten angeschrieben wurden, haben die Forderungen bereits die Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen. Dem Branchenmagazin "Inside" zufolge hat die Wettbewerbszentrale Kika/Leiner und Lutz bereits abgemahnt, schreibt der "Standard".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen