"Es ist wichtig, die SPÖ aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Ich will einfach etwas bewegen", sagt Heinz Altenburger. Daher nahm der Oberbrandmeister die Sache selbst in die Hand – und gründete eine eigene Sektion. Im September startete Altenburger sein Projekt, am Mittwoch wurde die "Betriebssektion Berufsfeuerwehr Wien und FreundInnen" bei einer konstituierenden Sitzung offiziell gegründet, 135 kamen. Auch Landtagspräsident Harry Kopietz – er war selbst bei der Berufsfeuerwehr Wien – war dabei.
Der Mitglieder-Zulauf ist enorm: "Wir haben in vier Monaten 439 komplett neue SPÖ-Mitglieder gewonnen", erzählt Sektions-Vorsitzender Heinz Altenburger. Dazu kommen zusätzliche 112 Mitglieder, die aus anderen Sektionen in die neue Sektion gewechselt sind. "Viele haben gesagt: Wenn du etwas machst, kommen wir zu dir", sagt Altenburger. Soll heißen: Die neu SPÖ-Sektion hat bereits zum Start 551 Mitglieder.
Zulauf für neue Sektion: "Gibt keine größere SPÖ-Sektion als uns"
"Es gibt in Wien keine größere SPÖ-Sektion als uns", ist Altenburger überzeugt. "Wir haben schon jetzt mehr Mitglieder als die gesamte Bezirksorganisation der Josefstadt." Und: Der erste Bezirk, dem die neue Sektion angehört, sei jetzt "auf dem zehnten Platz" gelandet, was die SPÖ-Mitglieder betrifft. "Außerdem senken wir den Altersschnitt. Unsere Mitglieder sind hauptsächlich zwischen 25 und 55 Jahre alt", so Altenburger. "Wir tun nichts anderes, als die Grundwerte der Sozialdemokratie zu vertreten." Soziale Gerechtigkeit ist Altenburger wichtig, und: "Das Integrations- und Migrationsthema sollte von der SPÖ beleuchtet werden, damit man das Thema von den anderen Parteien zurückholt und damit es nicht alle sozialpolitischen Themen in den Hintergrund drängt."
"Mit Leib und Seele" Feuerwehrmann und Sozialdemokrat
Altenburger selbst ist seit 27 Jahren Feuerwehrmann – "mit Leib und Seele", wie er sagt. Genauso ist er auch in der neuen Sektion tätig. "Mir liegt am Herzen, dass sich etwas bewegt", so Altenburger. Seit sieben Jahren ist Altenburger bereits Vorsitzender der Personalvertretung, seit Mittwoch auch Vorsitzender der neu gegründeten Sektion.
"Es ist ein Märchen, dass es zu einem Mitgliederschwund kommt", ist Altenburger überzeugt. Er bekomme derzeit "im Schnitt sieben Anmeldungen pro Woche. Die Sektion wächst ständig." Sein Rezept für die Sozialdemokratie: "Mit den Leuten zu reden."