Mittelalterliches Fastentuch erstmals ausgestellt

Passend zur Fastenzeit präsentiert das Belvedere ab Donnerstag zum ersten Mal eine bisher unbekannte Tüchleinmalerei des Thomas von Villach. Das Fastentuch-Fragment, das aus der Zeit um 1470 bis 1480 stammt, war bei seinem Fund stark beschädigt und hat eine 1,5 Jahre lange Restaurierung hinter sich.
Passend zur Fastenzeit präsentiert das ab Donnerstag zum ersten Mal eine bisher unbekannte Tüchleinmalerei des Thomas von Villach. Das Fastentuch-Fragment, das aus der Zeit um 1470 bis 1480 stammt, war bei seinem Fund stark beschädigt und hat eine 1,5 Jahre lange Restaurierung hinter sich.

Das Wiener Belvedere kaufte das Kunstwerk im Jahre 2009. Damals war das Fragment eines spätmittelalterlichen Fastentuches allerdings stark beschädigt und über und über mit Sporen des Hausschwammes bedeckt. Das Kunstwerk wurde deshalb in speziellen Quarantäne-Räumen aufbewahrt.

Restauratorin Lara Derks war bei ihrer Arbeit von Kopf bis Fuß in einem Schutzanzug mit Gesichtsmaske gehüllt, um sie vor den giftigen Sporen zu schützen. So eingepackt machte sie sich mehr als eineinhalb Jahre lange Tag für Tag an ihre mühevolle Arbeit.

High-Tech und Handarbeit

Bei speziellem Kaltlicht, das so gut wie keine Wärme und wenig UV-Strahlung aussendet, musste Derks das 1,63 mal 1,73 Meter große Textilfragment mit dem Maßband vermessen und genau katalogisieren, an welcher Stelle sich welches Farbpigment befindet. Allein die Bestansaufnahme und Schadenskadierung dauerte mehr als sechs Monate.

Ihre einzige Hilfe: Die spezielle Lupenbrille mit 2,5-facher Vergrößerung. Die Muster wurden per Infrarot-Kamera untersucht. Dann werden die Schmutzpartikel mit speziellen Sauggeräten, sowie in mühevoller Handarbeit mit Pinsel, Pinzette und Nadel vorsichtig entfernt. Anschließend wurden die

Erstrahlt in neuem Glanz

Mehr als eineinhalb Jahre hat es gedauert – jetzt können die prachtvollen Darstellungen verschiedener Szenen aus dem Alten Testament in der Ausstellungsreihe "Aktuell restauriert" des Belvedere zu sehen.

 
Mit einem Fastentuch werden Kruzifixe und andere Christus-Darstellungen in katholischen Kirchen während der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern verhängt. Erst zu Ostern werden sie abgenommen und symbolisieren so die Auferstehung. Auf der spätgotischen Textilie sind Szenen aus dem Alten Testament wie Moses beim Quellwunder oder die Anbetung des Goldenen Kalbs festgehalten.

 
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