Österreich

Möbel-Packer erpresste Russen-Milliardärin

Samir O. (28) nützte sein Insiderwissen für eine Bombendrohung gegen eine schwerreiche Wienerin. Die Cobra nahm ihn fest.
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:15

Diese kriminelle Idee ist ein Fall für den Kübel: Ein Möbelpacker (28) drohte einer Frau aus Wien-Döbling: „Wirf 50.000 Euro in den Müll, sonst zünde ich eine Bombe in deinem schönen Zuhause."

"Russische Milliardärin"

Voller Reinfall statt Bomben-Einfall: Samir O. (28), der einer vermögenden Frau 2014 als Möbelpacker eine Voll-Ausstattung ins noble Haus in Wien-Grinzing schleppte, nützte sein Insiderwissen nun zu einem dilettantischen Erpressungsversuch. Denn im Pausenraum seines neuen Arbeitgebers – einer Umzugsfirma – schnappte er „russische Milliardärin" und den Namen seiner ehemaligen Kundin auf.

Es ist Zeit, zu bezahlen …

Samir O., der wenige Tage zuvor wieder einmal 6.000 Euro verspielt hatte, erinnerte sich sofort, dass er der Dame vor drei Jahren die komplette Einrichtung geliefert hatte. Daher besorgte er sich umgehend Handynummer und E-Mail-Adresse aus dem Firmen-PC. Nachdem er den Plan, einen schriftlichen Erpresserbrief an die Frau zu schicken, verworfen hatte, tippte er die Drohung in ein extra angeschafftes Wertkartenhandy.

Auf Englisch schrieb er: „Es ist Zeit, für dein schönes Leben in Wien zu bezahlen. Wirf 50.000 Euro in eine Mülltonne in Ottakring oder es setzt eine Autobombe bzw. eine Bombe auf dein Haus. Oder ich entführe deine Kinder. Es ist sehr dunkel an deiner neuen Adresse."

"Wollte Schulden zurückzahlen"

Die reiche Empfängerin urlaubte gerade in Kärnten, als sie die Nachricht erhielt, ging dort zur Polizei und hielt Samir O. hin, bis die Falle der Cobra zuschnappte. „Ich hätte mit dem Lösegeld meine Schulden zurückzahlen wollen", sagte der Verfasser zur Kripo.

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Kein Bombenbausatz bei Samir O. gefunden

Sein Anwalt Werner Tomanek: „Mein Mandant ist spielsüchtig und wollte an schnelles Geld kommen. Er hätte die Drohung aber nie wahr gemacht, hatte auch keine Bombenbauteile." Samir O. drohen bei seinem Prozess am Wiener Landesgericht bis zu zehn Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.