Österreich

Mobile Notärzte statt Spital!

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:53

Während die Ennser Gemeinderatsfraktionen über eine Protestresolution und Maßnahmen gegen die geplante Schließung wichtiger Abteilungen im örtlichen Krankenhaus brüten, sehen die Spitalsreformer Alternativen: Mit dem Ausbau des Rettungsnetzes könne die medizinische Erstversorgung in Enns gewahrt werden.

Geht es nach nach den Chefstrategen der heimischen Krankenanstalten-Gesellschaft gespag, werden die Unfallambulanz und Interne Abteilung am Ennser Krankenhaus geschlossen - Heute berichtete.

Für Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SPÖ) geradezu ein Anschlag auf die Notfallversorgung der 11.000 Stadtbewohner. Mehr noch: Die akutmedizinischen Einrichtungen des ehemaligen Komplett-Krankenhauses werden auch von 30.000 Bewohnern der Umlandgemeinden und den Mitarbeitern der Industrie- und Gewerbebetriebe beiderseits des Ennsflusses genutzt. Den ersatzweisen Ausbau des Rettungsnetzes samt Stationierung eines Notarztwagens sieht Karlinger skeptisch: enorme Mehrkosten, dazu würden immer weniger Ehrenamtliche Rettungsdienst versehen.

Oberösterreichs Rot-Kreuz-Landesrettungskommandant Christoph Patzalt relativiert: Mit insgesamt 17.400 Freiwilligen - Tendenz steigend - sind wir sehr gut aufgestellt. Allerdings: Die Verfügbarkeit von Ehrenamtlichen zu bestimmten Tageszeiten wird insgesamt komplizierter. Unklar ist auch die Zukunft des Zivildienstes.

Immerhin: Allein im Vorjahr leisteten heimische Rot-Kreuz-Teams 47.226 sogenannte Blaulicht-Einsätze - und das im Europa-Rekordtempo von maximal 10 Minuten.
Carlo Korosa

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