Moderator und Corona-Leugner stirbt an Corona

Der Moderator wollte das Gefahrenpotenzial des Coronavirus nicht wahrhaben.
Der Moderator wollte das Gefahrenpotenzial des Coronavirus nicht wahrhaben.Screenshot Instagram/@stanleyoficialtv
Ein Moderator hatte das Coronavirus geleugnet und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie kritisiert. Nun starb er selbst an einer Corona-Infektion.

Der prominente Fernseh-Moderator Stanley Gusman ist in Brasilien für seine gesellschaftskritischen Ansätze und seine spitze Zunge bekannt. So versteckte der vehemente Coronaleugner auch seinen Unmut über die Corona-Maßnahmen nicht. Zuletzt kritisierte er die Mahnung des Bürgermeisters von Belo Horizonte, Weihnachten nicht im Kreise der Familie zu verbringen und zeigte sich gerne ohne Maske. Nun ist er tot, gestorben an einer Coronavirus-Infektion. 

Am 4. Januar wurde er in schlechter Verfassung und mit Atemnot in ein Krankenhaus eingeliefert. Am 10. Januar erlag er der Erkrankung im Alter von 49 Jahren. Er hinterlässt Frau und Kinder. 

Seit Beginn der Pandemie hatte er die Position vertreten, die Gefahr des Virus würde übertrieben dargestellt. "Ich werde meine Eltern nicht umbringen. Es gibt auch niemanden, der mich davon abhält, meinen Eltern in die Augen zu sehen und ihnen zu sagen: Ich liebe euch", twitterte der Moderator am 18. Dezember 2020. Ähnlich verhielt es sich bei den geplanten Impfungen. Er meinte, er würde sich eher das Malariamittel Hydroxychloroquin spritzen lassen, als den "China-Impfstoff". Tatsächlich soll er das Malaria-Medikament genommen haben, als er sich mit dem Virus infizierte, weil er die Corona-Erkrankung unterschätzte.

"Komm mit mir, Minas Gerais"

Die Eröffnungsfloskel seines täglichen Mittagsprogramms beim Sender TV Alterosa fällt nun aus. Der Sender trauert um einen engagierten, charismatischen Kollegen. "Minas Gerais hat einen großartigen Journalisten verloren. Er repräsentierte die Gesellschaftsschichten, die weniger Glück hatten und war immer bestrebt das Leben jedes Einzelnen besser zu machen," so wird der Chef des Senders von El Paìszitiert. 

Seine Familie bangte tagelang um sein Leben. "Atme!", flehte die Schwester des Moderators kurz vor seinem Tod auf Facebook. "An Tagen, an denen meine Füße schwer sind und ich den Boden nicht spüre, umarme ich den Wind und fühle, wie Gott Hoffnung in mein Herz bläst", postete Gisele Ramos Gusman Franzini am Tag vor dem Tod ihres Bruders.

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