Am Mödlinger Schrannenplatz folgten am Samstag am Nachmittag laut Aussendung "viele Menschen – mit gebührendem Corona-Abstand – dem Aufruf von #zusammenHaltNÖ und Fairness Asyl". Sie kamen zusammen "für ein starkes und eindrucksvolles Zeichen gegen die regierende Unmenschlichkeit: Mit symbolisch aufgestellten Schuhen am Schrannenplatz wird verdeutlicht, wie viel Platz es in Mödling für Menschen gibt, die Schutz suchen".
Auch das Attentat in Wien war Thema. Gundi Dick von #zusammenHaltNÖ erinnerte einleitend an das Vermächtnis einer der Ermordeten von Wien: „Gudrun P. hätte gesagt, dass Wut, Hass, Ausgrenzung, Nulltoleranz, Gewalt niemals Teil einer Lösung sein können, aber dass sie sehr oft Teil des Problems sind." Mit einer Schweigeminute gedachten die Kundgebungsteilnehmer der vier Opfer des Attentats in Wien und "der vielen Opfer von Attentaten in Afghanistan und weltweit".
Gundi Dick dazu, warum Menschen in Mödling auch in Corona-Zeiten auf die Straße gehen: „In Moria werden Menschenrechte mit Füßen getreten, wir können nicht zuschauen. Wir melden uns laut zu Wort!“
Pater Franz Helm, Rektor des Missionshauses St. Gabriel, findet in einer Grußbotschaft aus der Quarantäne klare Worte: „Unsere Regierung steht in der Verantwortung und in der Pflicht, dass sie ermöglicht, dass solidarische Menschen hier in Österreich Flüchtlinge aufnehmen, sie betreuen und ihnen bei der Integration helfen.“ Er verweist auf die Stellungnahme der österreichischen Bischöfe nach dem Brand in Moria, in der sie betonen, dass es keine Alternative zur schnellen und systematischen Evakuierung der Asylsuchenden aus den griechischen Lagern gebe.
Jutta Lang von Fairness Asyl erinnerte alle: "Österreich hat sich in Verträgen und Abkommen zum Schutz der Menschenrechte verpflichtet. Der Umgang mit Geflüchteten ist der Lackmustest für eine Demokratie, denn schlussendlich steht unser aller Rechtsanspruch auf dem Spiel."
Die Kundgebungsteilnehmer forderten von der Niederösterreichischen Landesregierung - und vom Bund - Menschen aus Moria zu evakuieren, aufzunehmen und die Heime zu öffnen. Jutta Lang: „In Niederösterreich stehen Flüchtlingsunterkünfte leer, für die monatlich enorme Mieten bezahlt werden, hunderte Geflüchtete könnten sofort aufgenommen werden: In Steinhaus am Semmering hätten fast 200 Menschen Platz, die monatliche Miete beträgt dort 43.000 €. Der Mietvertrag läuft bis 31.12.2029. In einem leerstehenden Heim in Korneuburg werden monatlich Mietkosten in Höhe von 31.735 € an eine „Privatperson“ bezahlt. Diese Verträge bedeuten Misswirtschaft. Viel mehr noch: diese Häuser leer stehen zu lassen, trotz großer Not der Menschen in Moria ist unmenschlich und nicht im Sinne vieler solidarischer Menschen.“
Die Kundgebungsteilnehmer schickten eine Botschaft an den Bürgermeister von Mödling, die Landeshauptfrau Mikl-Leitner und an die Bundesregierung: "Wir fordern die Verantwortlichen in Bund und Land, den Bürgermeister Hans Stefan Hintner und den Mödlinger Gemeinderat auf, umgehend Schutzbedürftige aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen! Ein Schreiben mit diesem Aufruf geht in den nächsten Tagen an den Bundespräsidenten, den Bundeskanzler, die Landeshauptfrau und an den Mödlinger Bürgermeister und den Gemeinderat."