Die Diskussion um die Zukunft der maroden Eisenbahnbrücke reißt nicht ab. Wie aus dem neuen Gutachten des Denkmalschutzes nun hervorgeht, soll das 110 Jahre alte Bauwerk aber gar nicht - wie eigentlich gefordert - original saniert werden. Schrauben statt der angeblich einzigartigen Nieten sollen verwendet werden.
Viele Linzer fragen sich nun, ob statt halbherziger und teurer Rettung der Brücke nicht doch Abriss und ein moderner Neubau vernünftiger wären. Dass die Brücke genietet und nicht geschraubt ist, war anfangs das Argument für den Erhalt. Im neuen Gutachten wird nun jedoch explizit die Verwendung von Schrauben empfohlen. Der Einsatz von vergleichbaren Materialien kann im Hinblick auf die Bauwerkserhaltung hingenommen werden, heißt es. Wie berichtet, wird zusätzlich ein Brückenneubau für den Autoverkehr empfohlen.
Die ÖBB als Eigentümer wollen trotz der nun vorliegenden Untersuchungen weiter nicht entscheiden. Wir warten auf ein Verkehrskonzept von Stadt Linz und Land Oberösterreich, erklärt ÖBB-Sprecherin Bettina Gusenbauer. Für die 15.000 Autofahrer täglich heißt das, noch länger auf eine Entscheidung zu warten.
Die Lage ist prekär: Ende 2012 wollen die ÖBB die alte Brücke dicht machen, ein Neubau dauert etwa vier Jahre. Konsequenz: Ein bis zwei Jahre gäbe es in Linz neben Nibelungen- und Voest-Brücke keinen Donauübergang!
Jürgen Tröbinger