So verläuft die Rekord-Mondfinsternis

Am Freitag findet in der ersten Nachthälfte die längste Mondfinsternis dieses Jahrhunderts statt (totale Phase 1 Stunde und 43 Minuten).
Eine Mondfinsternis ist an sich kein seltenes Ereignis. Pro Jahrhundert sind auf der Erde rund 150 Mondfinsternisse sichtbar. Die Mondfinsternis am Freitag ist aber gleich in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich, erklärt Albert Sudy von der Zentralanstalt für Meteorologe und Geodynamik (ZAMG): "Die totale Phase dieser Mondfinsternis ist in Österreich, wenn das Wetter mitspielt, vollständig sichtbar. Sie dauert 103 Minuten und ist die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert. Denn der Mond wandert sehr mittig durch den Erdschatten. Außerdem ist dieser Erdschatten relativ groß, weil der Mond derzeit seine größte Entfernung zur Erde hat. Es gibt auch einen zusätzlichen Gast bei diesem Ereignis. Unser Nachbarplanet Mars wird direkt unter dem Mond sichtbar sein. Der Mars ist derzeit mit einem Abstand von nur 58 Millionen Kilometer relativ nahe an der Erde."

Rötlich bis bräunlich

Der "rote Planet" Mars wird also mit dem Mond um die Wette leuchten. Denn der Mond verschwindet bei einer Finsternis nicht vollständig in der Dunkelheit. "Der Mond wird während einer totalen Finsternis rötlich bis bräunlich", erklärt Sudy, "denn es erreicht ihn noch Streulicht der Erde. Das sind Sonnenstrahlen die in der Atmosphäre der Erde abgelenkt werden und so auf den im Erdschatten stehenden Mond treffen. Wie die Farbe genau ist, lässt sich nicht vorhersagen. Das hängt stark vom aktuellen Zustand der Erdatmosphäre ab, zum Beispiel wie viel oder wenig Vulkanstaub derzeit vorhanden ist."

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen. Die Erde verhindert dann, dass Lichtstrahlen direkt von der Sonne den Mond erreichen. Je nach der genauen Position der einzelnen Himmelskörper zueinander trifft der Schatten der Erde den Mond nur teilweise (partielle Mondfinsternis) oder vollständig (totale Mondfinsternis). Auch die Dauer einer Mondfinsternis und die Sichtbarkeit auf der Erde hängen von der aktuellen astronomischen Konstellation ab.

Die letzte in Österreich sichtbare totale Mondfinsternis war am 28. September 2015. Die nächsten totalen Finsternisse finden am 21. Jänner 2019 (totale Phase nicht vollständig sichtbar) und am 31. Dezember 2028 (vollständig sichtbar) statt. Auf eine Mondfinsternis, die in Österreich ähnlich lange wie die aktuelle zu sehen ist, muss man aber lange warten. Sie findet erst am 5. Oktober 2275 statt.

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Tipps zum Beobachten

Die totale Phase beginnt um 21.30 Uhr und endet um 23.13 Uhr. Den optimalen Blick auf die Mondfinsternis hat man, wenn der Blick Richtung Südosten möglichst frei ist. Während der Mondfinsternis zeigen sich dann im Süden Saturn und im Südosten, direkt unter dem Mond, leuchtet der Mars.

Das Wetter ist zur Mondfinsternis nicht ganz optimal, da am Freitag Nachmittag und Abend in einigen Regionen Gewitter entstehen, deren Restwolken sich auch in den ersten Nachtstunden halten können. Da die Mondfinsternis aber sehr lange dauert, stehen die Chancen im Großteil Österreichs gut, dass die Wolken rechtzeitig auflockern und man die Mondfinsternis zumindest zeitweise sieht.

Ablauf der Mondfinsternis am 27. Juli 2018

20.24 Uhr: Beginn partielle Finsternis (nicht sichtbar)

21.30 Uhr: Beginn Totalität (Höhe 7° über dem Horizont)

22.21 Uhr: Mitte der Finsternis (Höhe 13°)

23.13 Uhr: Ende Totalität (Höhe 18°)

00.19 Uhr: Ende partielle Finsternis (Höhe 21°)

01.30 Uhr: Ende der Finsternis (Höhe 22°) (red)

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