Uni zieht Konsequenzen aus NS-Vorwürfen

Die Montanuniversität Leoben schließt die Burschenschaft Leder von allen akademischen Feierlichkeiten aus.
Die Montanuniversität Leoben schließt die Burschenschaft Leder von allen akademischen Feierlichkeiten aus.Bild: Presse Uni Leoben

Die Montanuniversität Leoben zieht Konsequenzen aus den Vorwürfen gegen die Burschenschaft "Leder", wonach ein Mitglied NS-Gedankengut verbreiten soll.

Die Burschenschaft "Leder" gerät immer mehr in Erklärungsnot. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass die akademische Vereinigung auf dem Campus der Montanui Leoben homosexuellenfeindliche Flyer verteilt haben soll. Auf diesen soll ein Bild eines NS-Malers gezeigt worden sein. Am Mittwoch gab die Burschenschaft ein Statement ab, indem es sich von jenem Flugblatt distanzierte und bekanntgab, "insbesondere und ausdrücklich auch die Ideologie des Nationalsozialismus" abzulehnen.

Nur einen Tag später, am Donnerstag, brachte die SJ Steiermark weitere Vorwürfe gegen den Schriftführer der Burschenschaft "Leder", Bernhard Neuhofer, vor. Dieser soll auf seiner Facebook-Seite regelmäßig rechtsextreme Beiträge teilen, u.a. von den Seiten "Ritterkreuz and the Ritterkreuzträger Wehrmacht" oder "Die Deutsche Luftwaffe". Peter Drechsler, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Steiermark, forderte deshalb am Donnerstag, auch in Anspielung auf den NS-Liederbuchskandal um Udo Landbauer und die niederösterreichische Burschenschaft Germania: "Der braune Sumpf der Burschenschaften muss österreichweit durchleuchtet und trocken gelegt werden."

Hier einige der umstrittenen Beiträge des Burschenschafters:

Montanui fordert Stellungnahme

Die Montanuniversität Leoben zieht nun erste Konsequenzen und richtet am Freitag einen offenen Brief an die Burschenschaft, in dem sie sich von der Vereinigung distanziert: "Die Montanuniversität Leoben (MUL) distanziert sich mit aller Klarheit und Entschiedenheit von jeglicher Form der Verletzung der Grundwerte unserer Universität." Weiters heißt es in dem Schreiben: "Alle Formen der Verherrlichung, Anerkennung oder Verbreitung von rassistischem, diskriminierendem und nationalsozialistischem Gedankengut haben auf unserer Universität keinen Platz."

Jenen Schriftführer, der die umstrittene Inhalte auf seiner privaten Facebook-Seite verbreiten soll, fordert die Uni auf, Stellung zu beziehen: "Wir fordern Sie daher auf, unverzüglich Stellung zu beziehen, sich von derartigem Gedankengut ausdrücklich zu distanzieren und für den Fall einer Bewahrheitung der Vorwürfe daraus unverzüglich personelle Konsequenzen zu ziehen."

Außerdem bleiben bis zur Aufklärung "sämtliche Mitglieder der Burschenschaft Leder von allen akademischen Feierlichkeiten ausgeschlossen", so die Uni. (red)

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