Sieben Jahre nach dem aufsehenerregenden Mord an Fabrizio Piscitelli gibt es neue Entwicklungen. Die italienische Polizei hat sieben Männer festgenommen, die an der Planung und Organisation der Ermordung des einstigen Lazio-Ultra-Anführers beteiligt gewesen sein sollen. Unter den Festgenommenen befindet sich auch Michele Senese, Boss eines der mächtigsten Mafia-Clans Roms.
Piscitelli, bekannt unter seinem Spitznamen "Diabolik", wurde im Sommer 2019 im Parco degli Acquedotti im Osten Roms erschossen. Der damals 53-Jährige saß auf einer Parkbank, als sich ihm ein als Jogger verkleideter Mann mit Sonnenbrille näherte und ihn erschoss. Der Fall sorgte in ganz Italien für Schlagzeilen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Mafia-Boss Senese die Tötung gebilligt haben soll. Organisiert worden sein soll der Mord von Leandro Bennato. Dieser soll den Schützen am Tattag auf einem Motorroller zum Tatort begleitet haben. Der mutmaßliche Schütze war zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt, später in der Berufung jedoch freigesprochen worden.
Als Motiv vermuten die Behörden einen Machtkampf um den lukrativen Drogenhandel. Piscitelli soll sich gemeinsam mit einem Partner zunehmend den Vorgaben des dominierenden Senese-Clans widersetzt haben. Mit dem Mord habe Senese laut den Ermittlern seine Machtstellung sichern und ein Zeichen setzen wollen.
Piscitelli galt als einer der bekanntesten Fußball-Ultras Italiens. Er führte die berüchtigte Lazio-Gruppe "Irriducibili" („Unbeugsame“) an, die für ihre rechtsextremen Mitglieder bekannt war und unter anderem mit Holocaust-verhöhnenden Spruchbändern für Skandale sorgte. 2020 wurde die Gruppe aufgelöst.