Cold case, kein Opfer ist je vergessen - oder etwa doch? Während der Fall Julia Kührer öffentlich breit diskutiert wird, wird der eigentlich geklärte Mord an der Linzerin Auguste Halama totgeschwiegen: Die Ermittler dürfen eine überführte, aber freigesprochene Verdächtige nicht einmal verhören.
In knapp zwei Monaten jährt sich der Mord an der Linzerin Auguste Halama (86) zum fünften Mal - dass die Täter in diesem Fall aber noch immer frei herumlaufen, kümmert die Linzer Staatsanwaltschaft offenbar wenig! Sie hat es seit dem Freispruch einer dringend tatverdächtigen Slowakin (38) bis heute nicht geschafft, der Kripo einen neuen Ermittlungsauftrag zu erteilen. Weder wurden gesicherte Spuren neu untersucht, noch durften die Kriminalisten wichtige Zeugen noch einmal befragen.
Wenn ich an diese Ungerechtigkeit denke, kommen mir die Tränen, ringt die Schwester des Opfers um Fassung. Erna Wohlschlager (66) sagt im Heute-Gespräch: Ich bringe das nicht mehr aus dem Kopf, das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Dabei hatten die Angehörigen bereits alles versucht: Sie schrieben nach dem Freispruch der ehemals überführten Verdächtigen im Sommer 2006 einen Brief an Bundespräsident Heinz Fischer. Doch auch der wollte sich in den Fall nicht einmischen, verwies auf die Unabhängigkeit der Linzer Richter. Der damals zuständige Jurist setzte den Spruch der Geschworenen nicht aus, obwohl DNA-Spuren der Verdächtigen in der Geldbörse des Opfers gefunden wurden Robert Loy