Mord-Verdächtiger muss trotz Krebs vor Gericht

Bild: Picturedesk

Er hat schon sein Testament gemacht, Abschiedsbriefe an Sohn und Freunde verfasst und bekommt Chemotherapie: Franz P. leidet an Krebs im Endstadium. Dennoch wird ihm nun der Prozess gemacht.

Franz P. (54) droht lebenslange Haft – und lebenslang könnte in seinem Fall erschreckend kurz sein. Nämlich nur vier Monate. Die Ärzte geben Franz P. – er leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs ohne Chance auf Heilung – maximal noch bis Dezember. Dennoch muss er sich am Donnerstag mit letzter Kraft vor Geschworenen in Eisenstadt verantworten.

Der Staatsanwalt wirft ihm vor, seine Ex-Frau Ursula G. (56) aus Geldgier ermordet zu haben. Franz P. bestreitet dies beharrlich. "Auch im Angesicht des nahenden Todes", sagt seine Anwältin Astrid Wagner. Denn: "Etwas zuzugeben, das er nicht getan hat, hält er für eine unverzeihliche Sünde."

Regina Z., die neue Flamme von Franz P., steht am Donnerstag ebenso unter Mordanklage vor Gericht: Sie soll ihren Liebhaber zum Tatort gefahren haben. "Meine Mandantin hatte wahnsinnige Angst vor ihm. Sie hat in einer Notsituation gehandelt", sagt Werner Tomanek.

Der Star-Anwalt hat die Verteidigung der Frau übernommen und rechnet mit Freispruch. Tomanek: "Franz P. hat ihr den tödlichen Plan bereits Wochen vor der Bluttat angekündigt. Sie hat dies in ihrem Tagebuch vermerkt." Der Staatsanwalt wird am Donnerstag daraus zitieren.

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