Am Wiener Landesgericht für Strafsachen wird ab dem 1. März der Mordprozess gegen einen 28-jährigen Mann wiederholt. Er soll am 16. April 2017 Igor Z. (26) auf offener Straße vor dem Cafe "Blanco" erschossen haben. Das bestätigte Gerichtssprecherin Christina Salzborn am Mittwoch gegenüber der APA.
In einem ersten Verfahren war der Angeklagte von den Geschworenen einstimmig freigesprochen worden. Die drei Berufsrichter setzten das Urteil wegen "Irrtums der Laienrichter" aber aus. Ein Urteil in dem neuen Verfahren wird frühestens für den 4. April erwartet.
Der mysteriöse Fall
Rückblick: Der Angeklagte hatte an jenem Tag um 15.11 Uhr die Polizeiinspektion in der Pappenheimgasse betreten und erklärt, Igor Z. kurz davor mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Man habe sich zu einer Aussprache getroffen.
Das zunächst friedliche Treffen im Cafe "Blanco" eskalierte und verlagerte sich auf Straße, wo der 26-Jährige dem gebürtigen Kosovaren einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben soll. Der Angegriffene wehrte sich zunächst mit einem Pfefferspray und schließlich mit einer geladenen Pistole, die er seiner Aussage nach dem Kontrahenten bloß auf den Kopf schlagen wollte. Danach habe sich aus Versehen der tödliche Schuss gelöst. So eine Darstellung der Ereignisse.
Offene Fragen
Aber: Laut dem Gerichtsmediziner und einem Ballistikers kann sich die Tat nicht so abgespielt haben – der Schusswinkel passe nicht zu dieser Version. Außerdem wurden an den Händen und an der Jacke des des Verdächtigen kaum Schmauchspuren festgestellt.
Hinzu kam ein Zeuge, der ein Foto der Schießerei vorlegte. Darauf sollen neben dem Opfer, dem Angeklagten und jenem Mann, der den Verdächtigen zur Polizei brachte, ein Unbekannter zu sehen sein.
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(red)