Schlangenpapst hilft Armen: Dafür Morddrohung

Georg Jachan aus Gföhl (Krems), Menschenfreund und Reptilienexperte, hat nach über 120 Hilfsprojekten noch lange nicht genug. Unter Lebensgefahr hilft er in den No-Go-Zonen.
Sieben aktuelle Hilfsaktionen in der Ukraine, acht Projekte für Kinder, Tiere und Senioren in Rumänien und ein betreutes Jesidencamp im Irak betreibt Georg Jachan (48) derzeit.

Schüsse in Lugansk

Zielstrebig im Dienste der Nächstenliebe lässt sich der Waldviertler durch nichts und niemanden beirren - über 120 geglückte Hilfsaktionen heuer (über 200 seit 2015) sprechen für sich. Und erst vor wenigen Tagen, bei einem Transport von Windeln, Kleidung und Verbandszeug nach Lugansk (Ukraine), wurde sein Hilfstransporter schwer beschossen, Dutzende Einschusslöcher, zerborstene Scheiben am Fahrzeug waren die Folge, doch Jachan hatte sich zuvor auch schon durch Minenfelder in Mosul nicht abschrecken lassen („Heute" berichtete). „Wenn ich etwa einen Ukrainer im Bett mit Gurten fixiert (Anm.: weil keine Schmerzmittel vorhanden sind) sehe oder verkrüppelte Kinder, deren Eltern null staatliche Unterstützung bekommen, sehe, weiß ich, wofür ich die Strapazen auf mich nehme", so Jachan.

„Seit 2015 hat sich mein Freundeskreis halbiert, einige feinden mich wegen meiner Aktionen an", so Jachan. „Nur ich bin nicht auf der Welt, um anderen zu gefallen. Es fehlt die Objektivität, links außen und rechts außen ist auch am Ziel vorbei", so der verheiratete Ex-Beamte, der sich von Morddrohungen des IS und deutscher Neonazis nicht einschüchtern lässt.

Er versteht sogar die rechten Argumente: „Natürlich wird Asyl zum Teil missbraucht und wir brauchen keine Kriminellen hier – kriminelle Flüchtlinge sollen sofort abgeschoben werden. Auf der anderen Seite sollen Familien, die sich echt bemühen, um jeden Millimeter Integration Tag für Tag kämpfen, mehr unterstützt und im Land gelassen werden."

Spenden für Jachans Projekte

KONTO DER PFARRE GFÖHL
IBAN: AT71 2027 2000 0071 9955
BIC: SPZWAT21XXX
"Nächste Welle aus Afrika"

Vor drei Jahren legte der als "Schlangenpapst" bekannte Experte in Sachen Hilfe so richtig los. „Es wird so oft ,Hilfe vor Ort' gepredigt und keiner tut was. Fleischabfälle wie Hühnerhälse und Elektroschrott nach Nigeria wird in manchen Medien als Vorort-Hilfe propagiert, der Kontinent aber weiter ausgebeutet, da darf man sich nicht wundern, wenn die Menschen scharenweise flüchten", so der ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarre Gföhl.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. „Und gerade aus Afrika wird noch eine gewaltige Welle kommen", so der Helfer, der neben Deutsch auch Arabisch, Russisch, Thai und Spanisch spricht. „Meine Hilfe beläuft sich auf Symptombehandlung, die Unterbindung von Krieg und Elend wäre Sache der Regierungen", meint Jachan.

Unterstützt wird Georg Jachan von Pfarre, Caritas, VP Salzburg und anderen - die nächste Reise: im Spätsommer in die Ukraine. Sie wollen helfen? Konto der Pfarre Gföhl, IBAN: AT71 2027 2000 0071 9955, BIC: SPZWAT21XXX.



(Lie)

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