Drew Brees wurde vom gefeierten Sporthelden durch einen Kommentar zur aktuellen Rassismus-Debatte in den USA zum Buhmann. Der Quarterback der New Orleans Saints hatte das von vielen Football-Spielern praktizierte Knieen während der Hymne kritisiert. Er stamme aus einer Familie von Soldaten, die für ihre Flagge im Krieg gedient hätten. In die Knie zu gehen sei respektlos.
Der Hintergrund: Colin Kaepernick fing damit an, kassierte in den Staaten einen Shitstorm nach dem anderen. US-Präsident Donald Trump nannte den ehemaligen 49ers Super-Bowl-Quarterback sogar öffentlich einen "Hurensohn". Kaepernick wollte mit dem Knieen auf die Ungleichbehandlung von Dunkelhäutigen in Amerika hinweisen und gegen Rassismus protestieren.
Inzwischen schwimmt der 32-Jährige auf einer Welle der Unterstützung. Wegen des gewaltsamen Todes von George Floyd laufen in den USA seit rund eineinhalb Wochen Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Der Dunkelhäutige wurde von einem weißen Polizisten getötet, der minutenlang auf seinem Nacken kniete, sein Flehen ignorierte.
So kamen die Worte von Brees alles andere als gut an. Dem 41-Jährigen wird vorgeworfen, ein Rassist zu sein. Sein Teamkollege Malcolm Jenkins veröffentlichte eine Videobotschaft, in der er von seinem Schmerz als schwarzer Mann in Amerika berichtete und Brees als "Teil des Problems" bezeichnete.
NBA-Superstar LeBron James schrieb als Antwort zu Brees Aussagen bei Twitter: "Du hast tatsächlich immer noch nicht verstanden, warum Kap auf ein Knie gegangen ist." Das habe überhaupt nichts zu tun gehabt mit Respektlosigkeit der Flagge oder dem Land gegenüber.
Brees entschuldigte sich öffentlich. Jetzt meldet sich auch seine Ehefrau Brittany Brees zu Wort. Auch sie entschuldigt sich für ihren Gatten und gibt zu: "Wir sind das Problem!"
Sie erklärt diese Botschaft: "In den letzten Tagen erhielten wir Morddrohungen. Wir erfuhren den Hass der Menschen. Erst dadurch realisierten wir, dass diese Worte uns direkt ansprechen."
"Mit der Kritik an der 'Respektlosigkeit gegenüber der Flagge' haben wir gleichzeitig gesagt, wir verstehen nicht, was das wirkliche Problem ist: Ich verstehe nicht, für was ihr kämpft und ich bin nicht gewillt, euch zuzuhören, weil uns die Flagge so viel bedeutet. Das ist uns jetzt klar. Das ist das Problem: Wir hören nicht zu, das weiße Amerika hört nicht zu. Wir suchen nicht aktiv nach rassistischen Vorurteilen."
Brittany beteuert, dass ihr Ehemann "keinen rassistischen Knochen in seinem Körper" habe und verspricht, der schwarzen Community künftig zu helfen.