Wegen einer Erkältung wollte ein psychisch kranker Mörder in Deutschland ins Krankenhaus. Das Gefängnis ließ ihn alleine gehen – jetzt ist er weg.
Unfassbar, was sich die Leitung der Klinik Nette-Gut erlaubt hat: Der psychisch kranke Sergej Bekker (34) sitzt dort seine Haftstrafe ab und erklärte, er sei erkältet. Deswegen möchte er zu einem Arzt.
Man ließ den Deutschrussen gehen – und zwar vollkommen alleine und unbeaufsichtigt. Er hatte schließlich sein Handy dabei. Doch Bekker ist auf dem Weg ins Krankenhaus getürmt.
"Er sollte am 15. Februar einen unbegleiteten Arzttermin wahrnehmen, den er selbst vereinbart hatte. Zum Termin ist er nicht erschienen", erklärt Oberstaatsanwalt Rolf Wissen.
Das Klinik-Personal versuchte daraufhin, ihn anzurufen, doch Bekker hob nicht ab. Jetzt, einige Tage später, hat die Polizei einen Fahndungsaufruf gestartet.
Vatermörder
Bekker hatte seinen schlafenden Vater 2005 mit einer Axt erschlagen und seinen damals 16-jährigen Bruder schwer verletzt. Doch wegen Wahnvorstellungen wurde im Schuldunfähigkeit attestiert, er kam für unbefristete Zeit in die Psychiatrie.
Dort wird ihm ein Therapiefortschritt bescheinigt; seit 2015 darf er die Klinik alleine verlassen und tagsüber sogar außerhalb arbeiten. (red)