Mordfall Krenn: Anwalt will Freiheit für Komplizin

Der ermordete Salzburger Roland Krenn Foto/REPRO: Neumayr/MMV 15.5.2017
Der ermordete Salzburger Roland Krenn Foto/REPRO: Neumayr/MMV 15.5.2017Bild: zVg

Nach dem Geständnis eines 24-jährigen Musikers im Mordfall Krenn sitzen er, seine mutmaßliche Komplizin und ein dritter Verdächtiger noch immer in U-Haft.

Der 63-jährige Salzburger Millionär Roland Krenn wurde im Mai ermordet. Das langwierige Kriminalrätsel scheint nach dem Geständnis eines verdächtigen Musikers (24) nun gelöst.

Krenn starb, weil er dem Musiker nicht bei der Begleichung seiner Schulden, die er durch Kokain-Konsum angehäuft hat, geholfen hat. Die Idee, den Millionär mit Schlaftabletten zu betäuben und auszurauben, kam vom Gläubiger, einem Wirten.

Freundin als Komplizin

Die 20-jährige Freundin des Musikers soll - seiner Aussage nach - als Komplizin in die Tat verstrickt sein. Deshalb wird ihr nun Beihilfe zum Mord angelastet. Sie sitzt, genauso wie ihr (mittlerweile Ex-)Freund und der 29-jährige Wirt in U-Haft. Laut Haftrichterin besteht dringender Tatverdacht.

Enthaftungs-Antrag

Das will der Anwalt der Frau, Kurt Jelinek, nicht hinnehmen. Er braachte am Freitag einen Enthaftungsantrag für seine unbescholtene Mandantin ein, denn sie sitze ja zu Unrecht hinter Gittern: "Es gibt nicht ein einziges objektives Beweismittel, das die U-Haft begründen würde. Sie sitzt einzig und allein aufgrund der belastenden Angaben ihres Ex-Freundes im Gefängnis. Dabei ist dieser psychisch höchst auffällig und unglaubwürdig. Er hat schon ein halbes Dutzend Mal seine Verantwortung geändert", sagt er in den "Salzburger Nachrichten".

Vom Musiker wird seine Ex jedenfalls schwer belastet. Sie soll die blauen Schlaftabletten der Marke Noctamid nicht nur gekauft, sondern auch in die Pralinen gemischt haben, die das Opfer verzehrte. Das ist für Anwalt Jelinek "nachweislich falsch", denn Noctamid-Tabletten seien laut Hersteller weiß und nicht blau.

Nachdem das Opfer aufgrund der Schlafmittel einschlief, fesselten die Täter ihn und verfrachteten ihn in einen Keller. Als der Musiker wiederkam, war Krenn bereits tot. Der Musiker steht für den Raub gerade, dass sein Opfer stirbt, habe er aber nicht gewollt, sagt sein Anwalt. (red)

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