Frau (28) in Wien erstochen

Mordprozess! Mutter fordert Todesstrafe für 35-Jährigen

Emotional-turbulent ging es am Mittwoch beim Mordprozess gegen einen Syrer (35) zu. Die Mutter forderte im Gerichtssaal sogar die Todesstrafe.
13.12.2023, 17:00
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Hitzig-heikler Mordprozess am Wiener Landl am Mittwoch: Advokat Manfred Arbacher-Stöger musste einen 35-jährigen Syrer verteidigen, der Anfang Juli 2023 am Brunnenmarkt seine Ehefrau (28) mit einem 32,5 Zentimeter langen Küchenmesser mit 19 Stichen getötet haben soll.

Zwischen Obdachlosen-Killer und Syrer

Der Strafverteidiger legte dabei auch einige "Kilometer" zurück, musste zwischen dem um 9 Uhr begonnenem Mordprozess am Wiener Landl und der Vorführung des mutmaßlichen Obdachlosen-Killers (17) um 9.45 Uhr am Wiener Landl switchen. Anders war es aufgrund der Umstände und jüngsten Entwicklungen gar nicht möglich: Denn der 17-Jährige hatte sich erst am Montag in Beisein von Arbacher-Stöger gestellt und musste am Mittwoch wegen Körperverletzung an der eigenen Mutter vor Gericht. 

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Zurück zum Mordprozess gegen den 35-jährigen Familienvater: Der Angeklagte musste auf einer Rettungsbahre in den Gerichtssaal geschoben werden. "Sie war die Liebe seines Lebens", sagte Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger. Allerdings sei die 28-Jährige in einen anderen Mann verliebt gewesen und habe seinen Mandanten verlassen wollen. Da habe der 35-Jährige zugestochen.

"Die Tat war äußerst grausam"

"Die Tat war äußerst grausam und macht betroffen", führte der Staatsanwalt eingangs der Verhandlung aus und verzichtete bewusst auf Bilder: "Das was Sie hören werden, wird reichen", so der Staatsanwalt in Richtung der Geschworenen.

Der Angeklagte und das spätere Opfer hatten 2010 in Syrien geheiratet. Zwischen 2016 und 2020 kamen drei Kinder zur Welt, 2021 übersiedelte die Ehefrau und Mutter nach Wien - die Eltern, die seit längerem in Österreich leben, hatten ihre Tochter nachgeholt. In weiterer Folge ließ sich auch die restliche Familie in Wien nieder, im Frühsommer 2023 kam schließlich auch der Angeklagte nach Wien, um kurz darauf eine Bluttat zu begehen.

"In der Beziehung begann es da zu kriseln. Er hatte den Verdacht, dass seine Frau einen anderen Mann haben könnte", schilderte der Staatsanwalt. Am 2. Juli - einen Tag vor der Tat - habe die Frau dem Angeklagten schließlich auch gestanden, dass sie sich tatsächlich anderweitig verliebt hatte. "Darauf hat er beschlossen, die Angelegenheit für sich zu lösen", stellte der Staatsanwalt fest.

Der Angeklagte rief zunächst seine Schwägerin an und forderte sie auf, mit seinen drei Kindern in einen Park zu gehen. Als diese aus der Wohnung waren, marschierte er in die Küche, holte ein Messer und kündigte laut Anklage seiner Ehefrau an, er werde sie nun töten. Die 28-Jährige rief ihre Mutter (Anm.: die Schwiegermutter und zugleich Tante des Angeklagten) an und flehte um Hilfe. Und noch während des Telefonates soll der 35-Jährigen laut Anklage auf die junge Mutter eingestochen haben. Die 28-Jährige hatte keine Überlebenschance - mit 19 Stichwunden verblutete die Frau vor Ort.

„Was soll ich mit einer Frau, die mich nicht liebt?“
Angeklagter (35)zur Polizei

Der Angeklagte wollte sich danach das Leben nehmen. Er begab sich in den letzten Stock seines Wohnhauses und sprang vom Dach in die Tiefe. Er überlebte knapp. "Was soll ich mit einer Frau, die mich nicht liebt?", meinte er in einer ersten Einvernahme gegenüber der Kripo.

Schwiegermutter: "Er soll die Todesstrafe bekommen"

Beim Prozess musste der damals schwer verletzte Syrer immer noch auf einer Rollbahre in den Verhandlungssaal geschoben werden. Die aufgebrachte Schwiegermutter forderte im Gerichtssaal lautstark die Todesstrafe für den 35-Jährigen.

20 Jahre Haft

Dank seines Anwaltes und des umfassenden Geständnisses wurde der 35-Jährige nicht zur Höchststrafe, dem "Frack", verdonnert. Er fasste 20 Jahre Haft aus (nicht rechtskräftig). 

{title && {title} } {title && {title} } Akt. 14.12.2023, 14:53, 13.12.2023, 17:00