Mordserie: Spur führt zu Merahs Bruder

Bild: Reuters

In Frankreich gerät der ältere Bruder des getöteten Attentäters von Toulouse in das Visier der Ermittlungsbehörden. Das Mobiltelefon von Abdelkader Merah (29), des älteren Bruders, wurde in der Nähe der jüdischen Schule gefunden worden, wo Mohamed Merah (23) einen Lehrer und drei Schüler erschossen hatte.

Die beiden Brüder hätten sich am Vorabend der Bluttat getroffen und gemeinsam zu Abend gegessen, hieß es in französischen Medien. Abdelkader Merah sagte, er habe nichts von den Plänen seines Bruders gewusst, sei aber "stolz" auf sie.



Brüder stahlen gemeinsam Tatfahrzeug

Abdelkader Merah und seine Lebensgefährtin waren am Mittwoch festgenommen worden. Am Samstag wurden sie in die für den Anti-Terror-Kampf zuständige Unterdirektion der Polizei am Rande von Paris gebracht und vernommen. Sie sollten nach Ablauf der 96-stündigen Frist Sonntag Früh aus dem Polizeigewahrsam entlassen werden.

Der 29-jährige Abdelkader war nach Angaben aus Polizeikreisen beim Diebstahl des Motorrollers dabei, von dem aus sein Bruder sieben Menschen erschoss. Er sagte zudem nach Angaben aus Polizeikreisen, er habe seinen jüngeren Bruder zu einem Yamaha-Händler begleitet. Dort habe sich Mohamed erkundigt, wie die GPS-Ortung des Navigationsgerätes des gestohlenen Motorrollers ausgeschaltet werden könne.

PC des Bruders untersucht

Der Händler gab dagegen an, Mohamed Merah sei am 6. März allein in seinem Geschäft gewesen. Er habe eine Mütze mit Sehschlitzen gekauft und sich nach dem Ausschalten der GPS-Ortung erkundigt. "Über solche Fragen geben wir aber grundsätzlich keine Auskunft", sagte der Händler.

Der Bruder stehe im Zentrum der Ermittlungen zu den Bewegungen des Attentäters und zur Frage, ob es eine Struktur hinter ihm gab, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen. Die Untersuchung des Computers des Bruders brachte nach Polizeiangaben bisher keine weiterführenden Erkenntnisse.

Polizei sucht Helfer und Komplizen

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien zudem weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob Abdelkader seinen Bruder finanziell oder logistisch unterstützte. Der Attentäter soll deutlich über seinen bescheidenen finanziellen Mitteln gelebt haben.

Die Ermittler suchen intensiv nach möglichen Mittätern oder Unterstützern des von der Polizei getöteten Attentäters. Die Regierung hob die wegen der Morde im Großraum Toulouse ausgerufene höchste Terrorwarnstufe wieder auf. Die Alarmstufe für den Südwesten Frankreichs wurde von "scharlachrot" wieder um eine Stufe abgesenkt.

Der Attentäter hatte behauptet, allein für den Mord an insgesamt sieben Menschen verantwortlich zu sein. Die Polizei prüft derzeit, ob Mohamed Merah tatsächlich Kontakte zur Terrororganisation Al-Kaida besaß. In Frankreich wird über Helfer spekuliert, die ihn mit mehreren Schusswaffen versorgt haben könnten. Die Polizei vermutet dass der ältere Merah-Bruder, ein islamischer Fundamentalist, Mohamed Merah indoktriniert haben könnte.

Merah, ein Franzose algerischer Abstammung, war am Donnerstag im Kugelhagel der Polizei getötet worden. Der 23-Jährige hatte am Montag vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Religionslehrer erschossen. Zuvor hatte er am 11. und 15. März mit derselben Waffe in Toulouse und Montauban drei Soldaten umgebracht. Die Waffe, ein Colt 45 wurde in Merahs Auto gefunden, berichtete der Sender i-Tele.

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