Wien

Mordverdacht, Betrug – Pflegerin erbt und muss in Haft

Das Gezerre ums große Geld einer Wienerin endete 17 Jahre nach ihrem Tod: Die Pflegerin habe die Testament-Unterschrift gefälscht und muss in Haft.
Christian Tomsits
18.09.2023, 17:33
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Der unglaubliche Krimi um 4,2 Millionen einer 81-jährigen Hofratswitwe endete am Montag: Kurz vor dem Ableben der schwerreichen Dame mit noblen Innenstadt-Palais im Jahr 2006 war Pflegerin Natalie M. (48) per Testament als Alleinerbin eingesetzt worden. Das kam den Stiftungsverwaltern der Vermögenden sehr verdächtig vor.

Drei Obduktionen bei toter Witwe

Erst versuchten die begünstigten Juristen die 48-Jährige wegen Mordes anzuzeigen, ließen die Tote drei (!) mal ergebnislos obduzieren. Dann zweifelten die Anwälte die Echtheit der Unterschrift an – mit Erfolg: Wegen schweren Betrugs fasste Natalie M. sechseinhalb Jahre Haft aus, musste jedoch nie ins Gefängnis.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Denn dank eines neuen Schriftgutachtens erreichte die Verurteilte eine Neuauflage ihres Verfahrens beim OGH. Auch der zweite Prozess zog sich jahrelang – wir berichteten. Am Montag wurden der Frau am Wiener Landl nach mehr als 17 Jahren nicht nur alle Millionenträume endgültig genommen, sondern auch ihre Freiheit: Fünf Jahre Haft, nicht rechtskräftig.

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