Mordversuch: Frisörin raste auf Freund und Frau zu

Wegen versuchten Mordes muss heute eine 29-Jährige in St. Pölten vors Schwurgericht. Sie war mit einem Auto auf ihren Ex und eine Frau zugefahren. Urteil: 2 Jahre teilbedingt.
Eine eifersüchtige Frisörin steht heute wegen versuchten Mordes an ihrem Lebensgefährten (27) und einer Bekannten vor Gericht in Sankt Pölten.

Die Tschechin hatte am 22. Juni ihren Geburtstag gefeiert (Anm.: dieser ist am 24.6), am 24. Juni ging sie arbeiten und dann wieder feiern. Mit gut 1,5 Promille setzte sie sich hinters Steuer des Wagens ihres Freundes, sah am Gehsteig in Waidhofen an der Ybbs ihren Lebensgefährten mit einer anderen Frau. Die alkoholisierte 29-Jährige sprang aus dem Wagen, schlug auf beide ein, zerrte die Frau an den Haaren.

Sprung zur Seite

Die Frisörin setzte sich wieder ins Auto und fuhr auf die beiden zu. Der Freund und seine Begleiterin konnten sich durch einen Sprung zur Seite retten. Dann wollte die rabiate Osteuropäerin wieder auf das Duo zufahren, doch die mittlerweile eingetroffene Polizei hinderte sie daran, die Tschechin wurde festgenommen, die Staatsanwaltschaft St. Pölten erhob schließlich Anklage wegen versuchten Mordes.

CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Vor Gericht zeigte sich die hübsche Tschechin zu den Angriffen geständig, bestritt aber vehement eine Tötungsabsicht. Auch ihr Verteidiger untermauerte: "Die Beziehung zum Lebensgefährten war problematisch, die Emotionen gingen hoch. Es war aber niemals ein Mordversuch." Die Angeklagte sprach auch viel über Gewalt in der Beziehung (Anm.: sie war oft geschlagen worden, hatte Knochenbrüche erlitten).

Der 27-Jährige im Zeugenstand: "Wäre ich nicht zur Seite gesprungen, wäre ich überfahren worden." Seine Begleiterin (Anm.: Die Angeklagte hatte sie als Rivalin im Verdacht, der 27-Jährige hatte auch danach ein Gspusi mit ihr) sagte vor Gericht: "Ich hatte Todesangst."

Die Tschechin sagte noch abschließend unter Tränen: "Ich bin doch keine Mörderin." Nach knapp drei Stunden Beratung entschieden die Geschworenen einstimmig (8:0 Stimmen): Es war kein Mordversuch. Die 29-Jährige wurde wegen versuchter schwerer Körperverletzung (Zufahren mit dem Auto) und wegen Körperverletzung (Schläge) zu zwei Jahren teilbedingt verurteilt. Acht Monate davon muss die Frau absitzen. Das Urteil ist rechtskräftig.

(Lie)

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