Mordversuch in Millenium City – 18 Jahre Haft

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(Symbolfoto)Bild: zVg

2014 wurde der heute 50-Jährige zu zweieinhalb Jahren wegen Vergewaltigung verurteilt. Dienstagabend fasste er wegen versuchten Mordes 18 Jahren aus. Das Opfer ist dasselbe.

September 2014 soll es eine Affäre zwischen dem Angeklagten und der Frau (49) seines damaligen Chefs gegeben haben, wobei es bei einem Aufeinandertreffen zu einer Vergewaltigung kam. Sie zeigte den Rumänen an – er wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Sommer 2016 versicherte der Insasse den Behörden, er würde das Land nie wieder betreten, wenn man ihn vorzeitig aus dem Gefängnis entließe.

Liebesbriefe an Opfer

Was die Behörden offenbar nicht wussten: Der Insasse schrieb fleißig "Liebesbriefe" an sein Opfer. Er phantasierte von einer gemeinsamen Zukunft. Wenn die nicht möglich wäre, dann "soll Blut fließen, wenn das Schicksal so will". Und so lauerte er ihr bereits vier Wochen nach der Haftentlassung wieder auf. Die ebenfalls aus Rumänien stammende Frau hätte ihn zur Rückkehr nach Österreich bewegt, da sie angeblich immer noch Gefühle für ihn hegte.

"Willst du jetzt oder später sterben?"

Dann begann das Stalking. Als die Frau umgezogen war, versuchte er in ihre Wohnung zu gelangen. Als dies scheiterte, lauerte er ihr zwei Mal in der Millennium City auf. Im November des vergangenen Jahres präsentierte er ihr in einer symbolischen Geste einen Strauß Rosen und eine Gaspistole. Nur zwei Wochen später dürfte ihm endgültig eingeleuchtet haben, dass es keine gemeinsame Zukunft geben werde: Nachdem er sie den ganzen Tag verfolgt hatte – wieder bis in die Millennium City – setzte er sich in einem Lokal zu ihr und fragte, ob sie "lieber jetzt oder später sterben" wollen würde.

Ohne zögern soll die Frau sofort aufgestanden sein, um das Lokal zu verlassen. Daraufhin stellte er sich ihr in den Weg und zückte sein Messer, mit dem er Stichbewegungen in ihre Richtung ausführte. Die 49-Jährige konnte ausweichen und schob einen Tisch zwischen sich und ihren "Verehrer". Zudem saß zufällig am Nebentisch ein Justizbeamter, er und ein Security-Mitarbeiter überwältigten den Mann und übergaben ihn schließlich der Polizei. Die Frau war inzwischen vom Ort des Geschehens geflohen.

Versuchter Selbstmord sagt Angeklagter

Mordversuch? "Wie könnte ich eine Frau töten, mit der ich vier schöne Jahre verbracht habe", so der Angeklagte, dem es an waghalsigen Erklärungen nicht mangelte. Wenn er jemanden umbringen wollte, dann sich selbst und sie sollte Zeugin des Selbstmordes sein. "Emotional" sei das Verhältnis zu ihr schlussendlich nicht mehr auszuhalten gewesen.

Der einschreitende Justizbeamte konnte diese Version mit seiner Zeugenaussage nicht belegen. Selbsttötungsabsichten seien da keine zu erkennen gewesen. Stattdessen musste sich die Frau zur Seite werfen, um der Klinge auszuweichen und hatte alle Mühe ihn auf Distanz zu halten.

Im Gefängnis besucht

Mittels Besuchslisten konnte dennoch nachgewiesen werden, dass das Opfer den Beschuldigten im Gefängnis tatsächlich besucht hatte. Die Frau bestätigte vor Gericht auch, dass es eine Affäre gegeben hat. Am Anfang sei er noch "sehr nett gewesen". Sie besuchte ihn "zwei- bis dreimal", in der Hoffnung er würde es unterlassen ihr weiterhin aus dem Gefängnis Briefe zu schreiben.

Persönlichkeitsstörung

Die Schlussfolgerung des psychiatrischen Gutachtens: Der 50-Jährige weist eine Persönlichkeitsstörung auf. Narzissmus, Depressionen, darüber hinaus neigt er zu aufbrausendem Verhalten sowie suizidalen Gedanken und Tötungsphantasien. Dass der Mann emotional instabil ist, attestierte ihm auch das Opfer. Ihr Verehrer wäre einem Wahn und Fantasiegebilde erlegen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (bai)

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