Dagmar S. (33) sitzt ohne Beine im Rollstuhl, ist psychisch krank. Ihr Vater redete auf Sie ein, wollte sie von einem Spitalsaufenthalt überzeugen. Die Wienerin sieht nur einen Ausweg: Sie sticht zu.
Ihr tragische Schicksal zeichnete sich schon in der Wiege ab! Als Tochter einer Prostituierten geboren, wurde Dagmar von Herwig S. und seiner Frau als Pflegekind aufgenommen, später adoptiert. Nach dem Studium verstärkte sich ihre Borderline-Erkrankung. Bei einem Unfall mit einem Güterzug verlor sie 2012 beide Beine. Nach mehreren Aufenthalten im Otto-Wagner-Spital wollte Dagmar nicht mehr zurück.
"Ich wollte Dagmar zur Behandlung überreden", so der geknickte Vater. "Wir sind auf der Couch gesessen. Dagmar hat wohl keinen anderen Ausweg gesehen und zum Messer gegriffen", erklärte der pensionierte Polizist. "Sie hätte mich am Oberarm erwischt. Ich hab mich aber gedreht, darum ging der Stich ins Herz. Töten wollte sie mich sicher nicht, ich bin alles was sie hat", versichert S.
"Körperverletzung und kein Mordversuch", sagt auch Anwalt Nikolaus Rast vorm Prozess nächste Woche. "Gelegenheiten für Mord gab es bessere."
Andreas Huber